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Nach sechsfachem Mord: Stade-Killer soll in Untersuchungshaft Suizid begangen haben

Nach sechsfachem Mord: Stade-Killer soll in Untersuchungshaft Suizid begangen haben

Nach sechsfachem Mord: Stade-Killer soll in Untersuchungshaft Suizid begangen haben

Mit mehreren Gefangenentransportern treffen am 31.01.2013 die ersten Häftlinge in der neuen Justizvollzugsanstalt in Bremervörde (Niedersachsen) ein. Die JVA Bremervörde ist die erste in Niedersachsen, die teilprivatisiert in öffentlich-privater-Partnerschaft betrieben wird. Die 66 Millionen Euro teure Anstalt wurde vor kurzem eingeweiht und hat Platz für bis zu 300 Gefangene. Foto: Ingo Wagner/dpa ++Justizvollzugsanstalt in Bremervörde: Der Stade-Killer, Fatih Khan G., wies bei einer routinemäßigen Kontrolle keine Körpertemperatur mehr auf. Foto: picture alliance / dpa | Ingo Wagner
Mit mehreren Gefangenentransportern treffen am 31.01.2013 die ersten Häftlinge in der neuen Justizvollzugsanstalt in Bremervörde (Niedersachsen) ein. Die JVA Bremervörde ist die erste in Niedersachsen, die teilprivatisiert in öffentlich-privater-Partnerschaft betrieben wird. Die 66 Millionen Euro teure Anstalt wurde vor kurzem eingeweiht und hat Platz für bis zu 300 Gefangene. Foto: Ingo Wagner/dpa ++Justizvollzugsanstalt in Bremervörde: Der Stade-Killer, Fatih Khan G., wies bei einer routinemäßigen Kontrolle keine Körpertemperatur mehr auf. Foto: picture alliance / dpa | Ingo Wagner
Justizvollzugsanstalt in Bremervörde: Fatih Khan G. wies bei einer routinemäßigen Kontrolle keine Körpertemperatur mehr auf. Foto: picture alliance / dpa | Ingo Wagner
Nach sechsfachem Mord
 

Stade-Killer soll in Untersuchungshaft Suizid begangen haben

Fatih Khan G. soll sechs Mitarbeiter des Jugendamts erschossen haben. Eigentlich saß der Killer deswegen in Untersuchungshaft. Doch um 6 Uhr morgens wird er während einer Routinekontrolle tot aufgefunden.
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BREMERVÖRDE. Der Killer von Stade hat sich in der Untersuchungshaft selbst umgebracht. Fatih Khan G. ist „innerhalb der Anstalt verstorben“, teilte das Niedersächsische Justizministerium am Dienstag mit. Der 45jährige wurde beschuldigt, sechs Mitarbeiter der Jugendhilfe und des Jugendamts getötet zu haben (JF berichtete).

Der Killer wurde laut der Staatsanwältin um 6.05 Uhr im Rahmen einer routinemäßigen Lebend- und Vollzähligkeitskontrolle in seinem Haftraum, in dem er allein untergebracht war, aufgefunden. „Der Gefangene wies zu diesem Zeitpunkt bereits keine Körpertemperatur mehr auf.“

Derzeit gebe es keine Anzeichen auf Fremdverschuldung. G. habe demnach Suizid begangen. Ein Notarzt habe um 6.29 Uhr als Todesfolge eine Strangulation festgestellt, die Ermittlungen laufen jedoch weiter an. „Es wurden zwischenzeitlich sowohl die Angehörigen des Toten als auch die Angehörigen der Opfer in Stade informiert“, so die Behörde.

Killer brachte mehrere Menschen um

Der polizeibekannte Türke saß in Untersuchungshaft, nachdem er am 29. Juni in der Mutter-Kind-Einrichtung, in der sein drei Monate altes Kind und dessen Mutter zu diesem Zeitpunkt untergebracht waren, um sich geschossen und sechs Mitarbeiter der Jugendhilfe und des Jugendamts getötet hatte. Die Staatsanwaltschaft bewertet die Taten als sechsfachen Mord, da Heimtücke und niedrige Beweggründe vorlägen.

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Bereits kurz nach der Geburt musste das Baby zunächst in der Medizinischen Hochschule Hannover und später in einem Kinderkrankenhaus wegen eines Schütteltraumas behandelt werden. Der Vater stand seitdem im Verdacht, das Kind misshandelt zu haben.

Gegen den mutmaßlichen Todesschützen Fatih G. liefen zudem Ermittlungen in der Türkei (JF berichtete). Die dortige Justiz hatte ihm unter anderem 2022 vorgeworfen, seine Tochter aus einer früheren Beziehung sexuell missbraucht zu haben. Zudem sei er ein Jahr zuvor aus dem Gefängnis geflohen, wo er sich wegen eines anderen Delikts befunden habe. 2007 soll er außerdem eine weitere schwere Sexualstraftat begangen haben. Der Austausch zwischen deutschen und türkischen Ermittlern gelte jedoch als „schwierig“.

Auch gegen Fahrerin wird ermittelt

Zudem wird derzeit gegen die mutmaßliche Fluchtfahrerin, Sylvia S., ermittelt. Die 65jährige ist die Schwiegermutter des niedersächsischen SPD-Landtagsabgeordneten und Landesbeauftragten für Migration und Teilhabe, Deniz Kurku. Sie habe den Türken zur Einrichtung gefahren. Sie selbst behauptete, dass G. sie mit einer Waffe dazu zwang, ihn zu fahren.

Nachdem sie zwischenzeitlich in Gewahrsam genommen wurde, sei sie untergetaucht (JF berichtete). Sie sei weder an ihrem Wohnort anzutreffen noch an ihrem Arbeitsplatz, dem „Verband binationaler Familien und Partnerschaften“ in Bremen, erschienen.

Sylvia S., die dem Schützen bei der Flucht half, hatte sich schon vorher für ihn eingesetzt. In einem 20-seitigen Brief habe sie den Mann gegen die Vorwürfe in Schutz genommen. Darin behauptete sie, G. sei im Halbschlaf mit seinem Kopf gegen den des Kindes gestoßen. Es habe sich nicht um eine Misshandlung, sondern um einen Unfall gehandelt. (mas)

Justizvollzugsanstalt in Bremervörde: Fatih Khan G. wies bei einer routinemäßigen Kontrolle keine Körpertemperatur mehr auf. Foto: picture alliance / dpa | Ingo Wagner
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