BERLIN. Wolfgang Kubicki hat angekündigt, die FDP mit einem Frauenteam neu aufstellen zu wollen. Zugleich bringt er sich nach dem Wahlfiasko selbst für den Parteivorsitz in Stellung, nachdem zuvor Parteichef Christian Dürr seinen Rückzug erklärt hatte (die JF berichtete).
Eine neue Führung soll auf dem Bundesparteitag im Mai gewählt werden. Kubicki nannte mehrere Namen, die künftig stärker für die FDP stehen sollen: Linda Teuteberg, Susanne Seehofer, Maria Westphal und möglicherweise auch Katja Suding.
Damit wolle er auch dem Bild der „alten weißen Männer“ entgegenwirken. Zugleich dämpfte der 74jährige Erwartungen an eine langfristige Amtszeit. Sein Ziel sei es, die FDP wieder „zu einer bedeutenden politischen Kraft auf dem deutschen Meinungsmarkt“ zu machen. Innerhalb eines Jahres müssten die Liberalen wieder deutlich über fünf Prozent kommen. Gelinge das nicht, wolle er sich zurückziehen.
Wettbewerb kann einer Partei wie der FDP, die wie kaum eine andere für Offenheit und Leistungsprinzip steht, nie schaden. Doch jetzt ist nicht die Zeit für persönliche Eitelkeiten oder späte Selbstvergewisserung, nur weil dafür Raum entsteht.
Die FDP muss von einer neuen… https://t.co/xs8tgtWFoS
— Marie-Agnes Strack-Zimmermann (@MAStrackZi) April 5, 2026
Strack-Zimmermann attackiert Kubicki
Auch Marie-Agnes Strack-Zimmermann hatte Ambitionen auf die Parteiführung angemeldet, allerdings nur im Rahmen einer Doppelspitze. Dieses Modell lehnten sowohl Kubicki als auch der nordrhein-westfälische FDP-Chef Henning Höne ab.
Daraufhin griff Strack-Zimmermann ihren Parteikollegen scharf an. „Persönliche Eitelkeit oder Selbstvergewisserung“ seien die Gründe für dessen Kandidatur. Kubicki zeigte sich darüber „überrascht“, wollte den Konflikt aber nicht weiter zuspitzen. Die Entscheidung fällt auf dem Bundesparteitag im Mai. Neben Kubicki gilt Höne als aussichtsreicher Gegenkandidat.
Er begründete seine Bewerbung mit der strategischen Lage der Partei nach der Bundestagswahl. Für einen Neustart brauche es einen klaren Bruch mit der Vergangenheit. Ob Kubicki der FDP tatsächlich aus der Krise führen kann, bleibt offen. Sicher ist nur: Die Liberalen stehen vor einer Richtungsentscheidung. (rr)






