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Deutlich überrepräsentiert: Immer mehr Fälle von Kindesmissbrauch in Deutschland

Deutlich überrepräsentiert: Immer mehr Fälle von Kindesmissbrauch in Deutschland

Deutlich überrepräsentiert: Immer mehr Fälle von Kindesmissbrauch in Deutschland

German Interior Minister Alexander Dobrindt presents a chart showing case numbers concerning the production, distribution, acquisition, and possession of child sexual abuse materials, during a press conference to present the 2025 report on sexual offences against children and adolescents in Berlin, Germany, July 21, 2026. REUTERS/Annegret Hilse. Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) stellt die Statistik vor: Er fordert im Kampf gegen Kindesmissbrauch eine IP-Adressenspeicherung. Foto: picture alliance / REUTERS | Annegret Hilse
German Interior Minister Alexander Dobrindt presents a chart showing case numbers concerning the production, distribution, acquisition, and possession of child sexual abuse materials, during a press conference to present the 2025 report on sexual offences against children and adolescents in Berlin, Germany, July 21, 2026. REUTERS/Annegret Hilse. Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) stellt die Statistik vor: Er fordert im Kampf gegen Kindesmissbrauch eine IP-Adressenspeicherung. Foto: picture alliance / REUTERS | Annegret Hilse
Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) stellt die Statistik vor: Er fordert im Kampf gegen Kindesmissbrauch eine IP-Adressenspeicherung. Foto: picture alliance / REUTERS | Annegret Hilse
Deutlich überrepräsentiert
 

Immer mehr Fälle von Kindesmissbrauch in Deutschland

Abertausende Kinder wurden im vergangenen Jahr von sexuellem Missbrauch. Um das zu beheben, fordert unter anderem Bundesinnenminister Dobrindt eine strengere Überwachung der Bürger.
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BERLIN. Im vergangenen Jahr wurden deutlich mehr Minderjährige sexuell missbraucht als im Vorjahr. Insgesamt erfasste das Bundeskriminalamt (BKA) im Jahr 2025 17.126 mutmaßliche Missbräuche (plus 4,7 Prozent) von Kindern unter 14 Jahren, schrieb die Behörde in einem Bericht, den Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) am Dienstag vorstellte. Dabei registrierte sie 12.823 Tatverdächtige.

„Darunter waren 10.360 deutsche (plus 4,3 Prozent) und 2.463 nichtdeutsche Tatverdächtige (plus ein Prozent)“, heißt es in dem Bericht des BKA. Der Anteil der Deutschen stieg damit auf 80,8 Prozent (plus 0,5 Prozentpunkte). „Wie im Vorjahr befanden sich unter den nichtdeutschen Tatverdächtigen am häufigsten syrische (379), afghanische (257) und türkische (201) Staatsangehörige.“ Der Anteil der Frauen stieg auf 5,9 Prozent (plus 0,4 Prozentpunkte). Knapp ein Drittel der mutmaßlichen Täter war selbst noch unter 18 Jahre alt.

Immer mehr ausländische Kinder werden missbraucht

Zudem stieg die Zahl der Opfer auf 18.736 (plus 3,6 Prozent). „Im Bereich des sexuellen Missbrauchs von Kindern waren 13.870 der 18.736 Opfer weiblich (74 Prozent, 2024: 73,9 Prozent) und 4.866 männlich (26 Prozent, 2024: 26,1 Prozent)“, schrieb das BKA. Die große Mehrheit war zwischen sechs und 13 Jahren alt.

Unter den missbrauchten Kindern waren 15.333 deutsch (plus 0,6 Prozent) und 3.403 ausländisch (plus 19,5 Prozent). Der Anteil der deutschen Opfer an den 2025 registrierten Fällen betrug 81,8 Prozent (2024: 84,3 Prozent), jener der nichtdeutschen Opfer 18,2 Prozent (2024: 15,7 Prozent).“ Bei den ausländischen Kindern handelte es sich am häufigsten um Syrer (192), Ukrainer (167) und Rumänen (124). „Die Staatsangehörigkeit von 1.746 Kindern blieb ungeklärt.“

Am meisten Missbräuche in Nordrhein-Westfalen

Derartige Missbräuche kommen mit 4.544 Fällen am häufigsten in Nordrhein-Westfalen vor, gefolgt von Bayern mit 2.190 Fällen. Die wenigsten Übergriffe gab es im Saarland mit 121 Vorkommnissen, in Bremen mit 197 Übergriffen und in Hamburg mit 200 Fällen.

In Relation zum Bevölkerungsanteil wurden in Bremen am häufigsten Kinder sexuell missbraucht. Pro 100.000 Einwohner gab es in diesem Bundesland 27,9 Fälle, gefolgt von Berlin mit 27,5 Übergriffen pro 100.000 Einwohner. Am wenigsten Missbräuche gibt es auch relativ gesehen im Saarland, wo zwölf Fälle pro 100.000 Einwohner registriert wurden.

Auch Jugendliche Opfer von Missbrauch

Während die Zahl der Fälle von sexuellem Missbrauch von Jugendlichen auf 1.239 Fälle stieg, wuchs die Zahl der Opfer auf 1.315 (plus 4,4 Prozent) und die der Tatverdächtigen auf 1.029 (plus 1,1 Prozent). „Darunter waren 801 deutsche (plus 2,4 Prozent) und 228 nichtdeutsche Tatverdächtige (minus 3,4 Prozent). Der Anteil deutscher Tatverdächtiger stieg dabei im Berichtsjahr von 76,8 Prozent auf 77,8 Prozent, während jener der nichtdeutschen Tatverdächtigen von 23,2 Prozent auf 22,2 Prozent sank.“ Am häufigsten waren Syrer unter den ausländischen Tatverdächtigen.

Zudem sanken die Fälle von der Herstellung, der Verbreitung, des Erwerbs und des Besitzes von kinderpornographischen Inhalten auf 41.677 (minus 2,7 Prozent). Bei den rund 35.000 Tatverdächtigen handelte es sich „um 27.033 deutsche (plus 0,6 Prozent) und 7.786 nichtdeutsche Tatverdächtige (minus 10,3 Prozent)“. Der Anteil der Ausländer lag somit bei 22,4 Prozent. Auch in diesem Bereich waren Syrer der Großteil der ausländischen mutmaßlichen Täter.


Gleichzeitig stiegen die Fälle jugendpornographischer Inhalte um rund 20 Prozent auf 11.515. „Die insgesamt 9.967 Tatverdächtigen bedeuteten eine Steigerung von 15,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr“, so das BKA. „Unter den 9.967 Tatverdächtigen wurden 8.376 deutsche (plus 15,0 Prozent) und 1.591 nichtdeutsche Tatverdächtige (plus 17,5 Prozent) erfasst.“ 16 Prozent der Tatverdächtigen waren Ausländer. Erneut sind Syrer in der letzteren Gruppe am häufigsten vertreten.

Mehr Überwachung soll gegen Kindesmissbrauch helfen

Um gegen den immer häufiger stattfindenden Kindesmissbrauch vorzugehen, forderte Bundesinnenminister Dobrindt eine strengere Überwachung der Bevölkerung. „Im Kampf gegen diese widerwärtigen Straftaten brauchen unsere Sicherheitsbehörden wirksame Instrumente wie die IP-Adressenspeicherung – um Täter zu identifizieren, konsequent zu verfolgen und aktiven Missbrauch zu beenden.“

Auch der Präsident des BKA, Holger Münch, möchte das Problem durch ein tiefergreifendes Überwachungssystem lösen. „Die aktuellen Bestrebungen der EU, diese Lücke zu schließen, begrüßen wir ausdrücklich. Gleichzeitig ist es erforderlich, bis zum erneuten Auslaufen der kommenden Interimslösung im April 2028 mit der CSA-Verordnung künftig eine dauerhafte Regelung zu schaffen.“ Ansonsten verliere die Behörde „nicht nur Hinweise, sondern die Chance, Täter zu stoppen und weiteres Leid zu verhindern“.

Anteil der Ausländer in Deutschland

Im vergangenen Jahr lebten in Deutschland 83,5 Millionen Menschen (JF berichtete). Zum Jahresende waren davon 12,4 Millionen Ausländer. Der Anteil lag somit bei 14,85 Prozent.

Die größten ausländischen Gruppen bildeten Türken mit 1.385.000 Einwohnern, gefolgt von Ukrainern mit 1.167.000, Syrern mit 856.000, Rumänen mit 763.000 und Polen mit 700.000. (mas)

Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) stellt die Statistik vor: Er fordert im Kampf gegen Kindesmissbrauch eine IP-Adressenspeicherung. Foto: picture alliance / REUTERS | Annegret Hilse
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