BERLIN. Erstmals seit mehreren Jahren ist die Bevölkerungszahl in Deutschland 2025 gesunken. Ende vergangenen Jahres lebten 83,5 Millionen Menschen in der Bundesrepublik, im Jahr davor waren es noch 111.000 Personen mehr. Damit ist die Bundesrepublik im vergangenen Jahr um 0,1 Prozent geschrumpft, wie aus aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamtes hervorgeht.
Seit 2011 hat Deutschland jedes Jahr mehr Einwohner verzeichnet als im Vorjahr. Die einzige Ausnahme stellt das Jahr 2020 dar, als die Bevölkerung gegenüber 2019 leicht gesunken war. Das Statistische Bundesamt führt das auf die stark gesunkene Zuwanderung aufgrund der Corona-Maßnahmen zurück.
Der jetzt verzeichnete Bevölkerungsrückgang hat verschiedene Faktoren: Zum einen starben im vergangenen Jahr 352.000 Menschen mehr, als Kinder geboren wurden. Zum anderen verließen 1,25 Millionen Bürger die Bundesrepublik, wobei auch 1,48 Millionen eingewandert sind. Das ergibt zwar eine Nettozuwanderung von 235.000 Personen, diese fiel jedoch deutlich geringer aus als im Vorjahr, als dieser Wert bei 430.000 lag.
Einwohnerrückgang im Osten deutlich stärker
Die ausländische Bevölkerung Deutschlands nahm hingegen zu: 2025 lebten 39.000 Ausländer mehr in Deutschland als im Vorjahr, insgesamt sind es jetzt 12,4 Millionen. Diese geringe Zahl von 39.000 zusätzlichen Nicht-Deutschen hat mehrere Gründe: Zum einen befinden sich unter den 1,48 Millionen Eingewanderten auch deutsche Staatsbürger, außerdem sterben auch Ausländer. Zusätzlich gab es im vergangenen Jahr eine Rekordzahl von 291.955 Einbürgerungen – auch diese Personen verschwinden aus der Ausländerstatistik.

Die größten ausländischen Gruppen bildeten wie in den Vorjahren die Türken mit knapp 1,4 Millionen Personen, gefolgt von Ukrainern (knapp 1,2 Millionen), Syrern (856.000), Rumänen (763.000) und Polen (700.000).
Ostdeutsche Bundesländer sind vom Bevölkerungsrückgang erheblich stärker betroffen als westdeutsche. Zwar verließen in absoluten Zahlen 68.000 Personen westdeutsche und nur 57.000 Personen ostdeutsche Bundesländer – jedoch sind das nur 0,1 Prozent der westdeutschen und 0,5 Prozent der ostdeutschen Gesamtbevölkerung. (st)





