BERLIN. Der Landes- und Fraktionsvorsitzende der nordrhein-westfälischen FDP, Henning Höne, will neuer Bundesparteichef werden. In einem Interview mit der FAZ verband er seine Kandidatur jetzt mit einem „Neuanfang“. Allerdings gehört der 39jährige seit dem Parteitag nach der verlorenen Bundestagswahl vom Februar 2025 selbst dem Bundesvorstand der Liberalen an.
Damit wird es aller Voraussicht nach auf dem nächsten Parteitag Ende Mai zu einer Kampfkandidatur kommen. Denn auch Parteichef Christian Dürr, der nach der Wahlschlappe von Rheinland-Pfalz zurückgetreten war und seitdem kommissarisch im Amt ist, hat angekündigt, erneut anzutreten.
Aus dem Rennen ist damit Marie-Agnes Strack-Zimmermann, die zuletzt noch ihren Hut in den Ring geworfen hatte (die JF berichtete). Sie wollte allerdings nur in Form einer Doppelspitze Vorsitzende werden. Dafür wäre jedoch eine Satzungsänderung mit Zweidrittelmehrheit erforderlich. Die Europa-Abgeordnete erklärte nun dem Spiegel: „Nach vielen Gesprächen ist eher nicht davon auszugehen, dass sich in der Partei aktuell eine solche Mehrheit findet.“
Kampfansage gegen FDP-Chef Dürr
Über Höne sagte die 68jährige: „Seine Kandidatur hat meine volle Unterstützung.“ Der FDP-Chef von NRW, der sich im kommenden Jahr der Landtagswahl stellen muss, begründete seinen Schritt damit, dass „unsere Perspektive, unsere Art Politik zu machen“, gebraucht werde. Aber dafür sei ein „Neuanfang“ nötig. Er wolle der Partei ein Angebot machen.
Er lehnte auch eine Doppelspitze ab: „Mein Angebot ist eines, das ich allein mache.“ Strack-Zimmermann hatte zuletzt angedeutet, gern gemeinsam mit Höne für den Vorsitz zu kandidieren. Höne setzt darauf, dass sich Strack-Zimmermann und Wolfgang Kubicki weiterhin in die Führungsarbeit einbringen. Zumindest die Europapolitikerin kündigte an, wieder für das Parteipräsidium zu kandidieren.

Gegen die erneute Kandidatur von Dürr sprach sich Höne in der FAZ aber deutlich aus und formulierte eine Kampfansage: „Wir haben nicht nur Wahlen verloren, sondern auch viel Vertrauen. Das wollen wir zurückgewinnen. Wir haben seit der Bundestagswahl schon zu viel Zeit verstreichen lassen. Darum brauchen wir dringend einen Neustart im Mai.“
Dürr, der bis zum Ausscheiden der FDP aus dem Bundestag dort Fraktionschef war, solle daher auch einem neuen Vorstand nicht mehr angehören, forderte Höne. (fh)





