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Nach Foltervorwürfen: Ex-Mauerschützen-Politoffizier Hüber tritt als GdP-Vize zurück

Nach Foltervorwürfen: Ex-Mauerschützen-Politoffizier Hüber tritt als GdP-Vize zurück

Nach Foltervorwürfen: Ex-Mauerschützen-Politoffizier Hüber tritt als GdP-Vize zurück

Rücktritt: Sven Hüber nimmt nach schweren Vorwürfen seinen Hut als stellvertretender GdP-Bundesvorsitzender.
Rücktritt: Sven Hüber nimmt nach schweren Vorwürfen seinen Hut als stellvertretender GdP-Bundesvorsitzender.
Rücktritt: Sven Hüber nimmt nach schweren Vorwürfen seinen Hut als stellvertretender GdP-Bundesvorsitzender. Foto: Imago / Metodi Popow
Nach Foltervorwürfen
 

Ex-Mauerschützen-Politoffizier Hüber tritt als GdP-Vize zurück

Nach der Enthüllung, dass er einen DDR-Flüchtling im Todesstreifen gefoltert haben soll, tritt der Ex-Politoffizier der Grenztruppen bei der Gewerkschaft der Polizei zurück. Hüber macht sich zum Opfer und klagt über Rufmord.
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BERLIN. Der stellvertretende Bundesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Sven Hüber, ist mit sofortiger Wirkung von seinem Amt zurückgetreten. Er begründete dies in einer Pressemitteilung mit „verunglimpfenden“ und „rufmordähnlichen“ Berichten über seine Vergangenheit als Politoffizier der DDR-Grenztruppen.

Gleichzeitig kündigt er an, Medien, die über seine Vita berichten, zu verklagen. „Ich möchte während der notwendigen gerichtlichen Auseinandersetzung die täglich neuen, unhaltbaren Anschuldigungen von der GdP abwenden“, begründete er seinen Rücktritt.

Sein Rechtsanwalt Johannes Eisenberg schickte heute um 9:40 Uhr ein Fax, in dem dieser von „rechtsradikalen Medien und von dort in bekannt-hetzerische Medien überschwappend“ schrieb, die über die Vita berichten. „Die dort über ihn verbreiteten menschenfeindlichen Handlungen hat er nicht begangen“, schrieb Eisenberg. Der zurückgetretene Gewerkschaftsfunktionär werde sich gegenüber der Öffentlichkeit nicht ergänzend äußern, „sondern die Sache vor Gericht austragen“.

Bevor Hüber in die Bundespolizei, bei der er weiterhin beschäftigt ist, übernommen wurde, hatte er als SED-Politoffizier an der innerdeutschen Grenze gedient. Durch eine Recherche von Apollo-News war bekannt geworden, dass er einen festgenommenen Flüchtling im Todesstreifen seine Dienstwaffe in den Mund gesteckt und den am Boden liegenden Festgenommenen mehrfach getreten haben soll (JF berichtete).

Hüber wollte „AfD-Machtergreifung“ verhindern

Für Aufsehen hatte Hüber zuletzt gesorgt, als er in der GdP-Mitgliederzeitschrift Polizisten zum Widerstand gegen eine mögliche AfD-Regierung in Sachsen-Anhalt aufrief. „Gegen Verfassungsfeinde tritt man als Polizeibeamter ganz persönlich an, weil der geleistete Schwur es genauso vorsieht“, schrieb Hüber. Weiter erklärte er: „Eine AfD-Machtergreifung entbindet keinen Beamten von seinem Eid auf den Schutz der Verfassung, im Gegenteil.“


Schon vorher hatte er versucht, die lebenslange Professur von Stephan Maninger an der Polizeihochschule des Bundes durch sich später als haltlos herausstellende Vorwürfe zu verhindern (JF berichtete). Maninger gilt als konservativ.

In Sachsen-Anhalt traten nach dem Beitrag mehrere Polizisten „im unteren zweistelligen Bereich“ aus der GdP aus, wie die Gewerkschaft der Mitteldeutschen Zeitung mitteilte.

Neue Vorwürfe von Rechtsanwalt Höcker

Der zurückgetretene Gewerkschafts-Vize erklärte nun, seinen Rücktritt habe er nach intensiven Gesprächen mit dem GdP-Bundesvorsitzenden Jochen Kopelke beschlossen. Kopelke hatte Hüber bisher den Rücken gestärkt und soll laut dem Rechtsanwalt Ralf Höcker auch an der Kampagne gegen Maninger beteiligt gewesen sein. Dafür seien sogar Mitgliedsbeiträge der GdP verwendet worden.

Die GdP kündigte an, im Zusammenhang mit aus ihrer Sicht falschen Behauptungen, Bedrohungen und verzerrter Berichterstattung weiterhin straf- und zivilrechtlich gegen die jeweiligen Urheber vorzugehen. Zu einer möglichen Nachfolge Hübers machte die Gewerkschaft zunächst keine Angaben. (fh)

Rücktritt: Sven Hüber nimmt nach schweren Vorwürfen seinen Hut als stellvertretender GdP-Bundesvorsitzender. Foto: Imago / Metodi Popow
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