BERLIN. Wenn am Sonntag Bundestagswahl wäre, würden nur noch addiert 34 Prozent CDU/CSU und SPD wählen. Das geht aus dem aktuellen RTL/ntv-Trendbarometer von Forsa hervor. Demnach kommt die Union auf 22, die SPD auf 12 Prozent. Vorn bleibt die AfD mit 27 Prozent. Im Vergleich zur Vorwoche bleiben diese Werte unverändert. Der Fünf-Punkte-Vorsprung der AfD auf die Kanzlerpartei erweist sich als stabil.
Allerdings sinken die Beliebtheitswerte von Kanzler Friedrich Merz (CDU) auf niedrigem Niveau noch einmal ab. Nur noch 13 Prozent der Deutschen sind mit dessen Arbeit zufrieden – zwei Punkte weniger als in der Vorwoche. Ende März lag dieser Wert noch bei 23 Prozent. In etwas mehr als einem Monat hat sich die Gruppe der Menschen, die Merz unterstützen, also fast halbiert. Der Bundeskanzler ist heute genau ein Jahr im Amt (lesen Sie hier die große JF-Bilanz).

Auch Union- und SPD-Anhänger mit Merz unzufrieden
Selbst unter den Anhängern der Regierungsparteien ist die Mehrheit mit dem Kanzler unzufrieden. Im Lager der Union sind es 53 Prozent, bei der SPD 81 Prozent. Noch größer ist die Ablehnung bei den Wählern der Grünen (90 Prozent), der Linken und der AfD (je 98 Prozent).
Bei der Sonntagsfrage haben sich die Proportionen im Vergleich zur Bundestagswahl deutlich verschoben. Die AfD legt mehr als sechs Punkte zu. Die Union verliert in fast gleichem Ausmaß, und die SPD ist von Platz zwei auf Rang vier abgerutscht.
Denn größter Gewinner der aktuellen Umfrage sind die Grünen: Mit 16 Prozent legen sie erneut einen Punkt zu und erreichen ihren bislang stärksten Wert seit drei Jahren. Laut der Forsa-Sonntagsfrage hatten die Grünen diesen Wert zuletzt am 9. Mai 2023 erreicht.
Umfrage zeigt Kompetenzverlust der Regierung
Bei der Frage nach der politischen Kompetenz („Mit den Problemen in Deutschland wird am besten fertig …?“) kann die AfD ihren vor einer Woche erstmals erzielten Vorsprung ausbauen und liegt jetzt mit 14 Prozent vor der Union (12 Prozent – minus ein Punkt). Es folgen die Grünen mit acht Prozent. Die SPD liegt abgeschlagen mit der Linken jeweils bei fünf Prozent. Eine Mehrheit von 54 Prozent traut keiner Partei zu, die Probleme des Landes zu lösen.

Nach einem Jahr schwarz-roter Bundesregierung erwarten zwei Drittel der Deutschen, dass sich die wirtschaftliche Lage weiter verschlechtert (66 Prozent). Nur zwölf Prozent glauben, sie könnte sich in den nächsten Jahren verbessern. (fh)





