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Angriffe auf das Personal: Bahn verhängt bundesweites Alkoholverbot auf Bahnsteigen

Angriffe auf das Personal: Bahn verhängt bundesweites Alkoholverbot auf Bahnsteigen

Angriffe auf das Personal: Bahn verhängt bundesweites Alkoholverbot auf Bahnsteigen

Die Bahn verbietet Alkohol auf allen deutschen Bahnhöfen. Foto: IMAGO / Rüdiger Wölk
Die Bahn verbietet Alkohol auf allen deutschen Bahnhöfen. Foto: IMAGO / Rüdiger Wölk
Die Bahn verbietet Alkohol auf allen deutschen Bahnhöfen. Foto: IMAGO / Rüdiger Wölk
Angriffe auf das Personal
 

Bahn verhängt bundesweites Alkoholverbot auf Bahnsteigen

Neun Angriffe pro Tag auf Mitarbeiter: Die Bahn verbietet nun Alkohol auf allen Bahnsteigen. Reiner Aktionismus? Denn in den Zügen und Bahnhofs-Gaststätten bleibt das Trinken erlaubt.
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BERLIN. Die Deutsche Bahn hat ein Alkoholverbot an allen 5.400 Bahnhöfen in Deutschland angekündigt. Demnach soll es künftig untersagt sein, auf Bahnsteigen und in Bahnhofshallen Bier, Wein, Schnaps oder andere alkoholische Getränke zu trinken. Bis zum 15. Oktober 2026 soll die Regelung bundesweit umgesetzt sein.

Bahnchefin Evelyn Palla begründete den Schritt mit der Sicherheit von Mitarbeitern und Fahrgästen. „Es reicht. Genug ist genug. Wir greifen jetzt noch härter durch“, sagte sie der Bild.

Man wolle mehr Ordnung und Sicherheit auf Bahnhöfen und in Zügen. Für sie zähle nur eines: „Der Schutz unserer Kollegen und unserer Reisenden.“ Auffällig ist dabei: Das neue Alkoholverbot gilt nicht in den Zügen selbst und auch nicht in den Bahnhöfen. Nur auf den Bahnsteigen soll es über das Hausrecht der Deutschen Bahn durchgesetzt werden. In den kommenden Wochen sollen die örtlichen Hausordnungen in Abstimmung mit Kommunen, Behörden und Verwaltungen angepasst werden.

Alkohol bleibt in der Gastronomie erlaubt

Betroffen ist der direkte Konsum von Alkohol auf Bahnsteigen und in Bahnhofshallen. Erlaubt bleibt Alkohol in der Bahnhofsgastronomie. Auch wer verschlossene Flaschen oder Einkäufe mit sich führt, verstößt nicht gegen die neue Regelung.

Kontrolliert werden soll das Verbot durch DB-Sicherheitskräfte und die Bundespolizei. Wer auf Bahnsteigen oder in Hallen beim Trinken erwischt wird, muss mit einem sofortigen Platzverweis rechnen. Bei wiederholten Verstößen kann ein dauerhaftes Hausverbot folgen.

An rund 30 großen Bahnhöfen gilt ein solches Verbot bereits, darunter Hamburg, Köln und München. Die Bahn verweist auf Erfahrungen am Hamburger Hauptbahnhof. Dort sei nach Einführung des Alkoholverbots im April 2024 die Zahl der Konflikte und Auseinandersetzungen zurückgegangen.

Mehr als 1.600 Angriffe auf Bahnmitarbeiter

Auslöser für den neuen Kurs ist auch ein schwerer Vorfall auf der Strecke zwischen Offenburg und Karlsruhe. Bei einer Ticketkontrolle in einem Regionalzug eskalierte am Freitagabend ein Konflikt mit einem alkoholisierten Fahrgast. Ein 26 Jahre alter Mitarbeiter der DB-Sicherheit wurde attackiert, stürzte während der Fahrt aus dem Zug und wurde lebensgefährlich verletzt. Allerdings ist der Hergang inzwischen nicht mehr eindeutig: Ein Richter verweigerte nach dem Anschauen eines Videos von dem Vorgang den Haftbefehl.

Bis Anfang Juli hat die Deutsche Bahn bereits rund 1.630 Angriffe in diesem Jahr auf Mitarbeiter gezählt. Auf die ersten sechs Monate des Jahres gerechnet sind das etwa neun Angriffe pro Tag. Die Zahl zeigt, wie groß das Sicherheitsproblem inzwischen geworden ist – nicht nur an Bahnhöfen, sondern auch im Zugverkehr. (rr)

Die Bahn verbietet Alkohol auf allen deutschen Bahnhöfen. Foto: IMAGO / Rüdiger Wölk
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