BERLIN. Ein vom Bundesentwicklungsministerium mit Steuergeld gefördertes Seifenprojekt in Simbabwe hat fast 270.000 Euro gekostet. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der AfD-Fraktion hervor. Das Projekt trug den Titel „Schaffung von nachhaltigem Einkommen für 150 Tonga-Frauen in Binga durch Produktion und Vermarktung von Qualitätsseifen aus Jatrophaöl“.
Es lief von Dezember 2017 bis April 2021. Zuwendungsempfänger war die Engagement Global gGmbH, umgesetzt wurde das Vorhaben mit dem Verein Welthaus Bielefeld.
Nach Angaben der Bundesregierung wurde die Zielgruppe während der Projektlaufzeit von ursprünglich 150 auf 410 Frauen erweitert. Der finanzielle Ertrag für die Afrikanerinnen blieb jedoch überschaubar: Ihr monatliches Einkommen habe sich je nach Umfang ihrer Tätigkeit um zwei bis maximal 50 US-Dollar erhöht. Ermittelt wurden die Angaben durch Erhebungen des Projektträgers vor Ort. Mit dem Geld wurden unter anderem Lager- und Büroräume errichtet, Frauen in Produktionsprozessen geschult und Absatzmärkte in der Tourismusbranche in Simbabwe sowie in Deutschland erschlossen.

Mehr Frauen als geplant machten Seife
Der größte Teil der Mittel floss laut Bundesregierung in den Produktionsaufbau. Eine unabhängige Evaluierung gab es offenbar nicht. Die Bundesregierung verweist darauf, dass nicht jedes geförderte Projekt qualifiziert evaluiert werde. Konkretere Angaben zu Folgekosten für die begünstigten Frauen liegen ihr ebenfalls nicht vor.
Trotzdem bewertet die Bundesregierung die Effizienz des Projekts positiv. Da statt der ursprünglich geplanten 150 Frauen am Ende mehr als 400 profitiert hätten, falle die Bewertung günstiger aus als erwartet. Zudem verweist sie darauf, dass auch Familienangehörige der Frauen, insbesondere Kinder, mitversorgt worden seien. (rr)






