WIESBADEN. Das Statistische Bundesamt hat neue Zahlen zur Sprachverwendung in deutschen Haushalten vorgelegt und damit das Ausmaß sprachlicher Parallelwelten offengelegt. Zwar hat die Mehrheit der Bevölkerung weiterhin Deutsch als Haussprache, doch vor allem unter Migranten ist Deutsch vielfach nicht dominant.
Nach Angaben des Statistischen Bundesamts sprachen 77 Prozent der Gesamtbevölkerung zu Hause ausschließlich Deutsch. Weitere 17 Prozent nutzten Deutsch neben mindestens einer weiteren Sprache. Sechs Prozent verständigten sich in den eigenen vier Wänden gar nicht auf Deutsch.
Besonders deutlich zeigen sich die Unterschiede bei Migranten. Von ihnen sprachen nur 22 Prozent zu Hause ausschließlich Deutsch. Mehr als die Hälfte – 55 Prozent – nutzte Deutsch lediglich ergänzend. Innerhalb dieser Gruppe dominierte in 78 Prozent der Fälle eine andere Sprache. Insgesamt sprachen 23 Prozent der Menschen mit Einwanderungsgeschichte zu Hause überhaupt kein Deutsch.
Türkisch statt Deutsch
Insgesamt verständigten sich 15,5 Millionen Menschen in Deutschland zu Hause überwiegend oder ausschließlich in einer anderen Sprache. Am häufigsten wurde dabei Türkisch gesprochen, gefolgt von Russisch und Arabisch.
Die Zahlen stammen aus dem Mikrozensus und werden anläßlich des Internationalen Tages der Muttersprache veröffentlicht. Als Person mit Einwanderungsgeschichte gilt, wer selbst oder wessen Eltern nach 1950 nach Deutschland eingewandert sind. (rr)







