Der SPD-Spitzenkandidat und Erster Bürgermeister Hamburgs, Peter Tschentscher, am Wahlabend Foto: picture alliance/Axel Heimken/dpa
Aktualisiert

AfD sicher über 5 Prozent / SPD siegt in Hamburg / Grüne verdoppelt

HAMBURG. Die SPD hat die Bürgerschaftswahl in Hamburg gewonnen. Laut der Hochrechnung von Infratest dimap von 21:43 Uhr erreichten die Sozialdemokraten 39,1 Prozent der Stimmen. Das bedeutet im Vergleich zum vergangenen Urnengang 2015 für die Partei von Hamburgs Ersten Bürgermeister Peter Tschentscher jedoch einen Verlust von rund sieben Prozent.

Hochrechnung ARD 22:45

SPD 39,1 Prozent (minus 6,5)

Grüne 24,1 Prozent (plus 11,8)

CDU 11,2 Prozent (minus 4,7)

Linke 9,1 Prozent (plus 0,6)

AfD 5,3 Prozent (minus 0,8)

FDP 5 Prozent (minus 2,4)

Andere 6,2 Prozent (plus 2,0)

 

Damit wäre eine Fortsetzung der rot-grünen Koalition möglich. Die Wahlbeteiligung in der Hansestadt lag bei 62 Prozent.

AfD: „Nie dagewesene Hetze“ nach Hanau schadete der Partei

Gegenüber der JUNGEN FREIHEIT erklärte der Fraktionsvorsitzende der AfD, Alexander Wolf, die Einbußen mit einer „Nie dagewesenen Hetze“, die die Partei nach dem Amoklauf von Hanau getroffen habe. Zuvor habe die Partei in Umfragen zeitweise bei 7 bis 8 Prozent gelegen. Nach der Ministerpräsidentenwahl in Thüringen habe sich die Atmosphäre jedoch verschärft, seien AfD-Politiker pauschal als „Nazis und Faschisten“ verunglimpft worden, nach Hanau „in einem Atemzug mit Rechtsterrorismus“ genannt worden. Nicht anders seien die Einbußen der AfD zu erklären.

CDU: Politisches Gewitter in Hamburg 

Von deutlicher Zustimmung für die Politik der rot-grünen Regierung der Hansestadt sprach die Grünen-Spitzenkandidatin Katharina Fegebank angesichts der Stimmenverteilung.

Der Grünen-Vorsitzende Robert Habeck machte den Amtsinhaberbonus von Tschentscher dafür verantwortlich, daß seine Partei nicht zur stärkste Kraft wurde. Dennoch sei es „ein schöner Wahlabend für progressive Kräfte“. Seine Co-Vorsitzende Annalena Baerbock schrieb auf Twitter, Hamburg habe Weltoffenheit, Klimaschutz und Zusammenhalt gewählt.

Der CDU-Spitzenkandidat Marcus Weinberg bezeichnete das historisch schlechte Wahlergebnis seiner Partei als einen „großen Einschnitt“. In einer ersten Stellungnahme sagte er, es habe für die Hamburger CDU „politisch gewittert“.

Linkspartei: Hamburg ist antifaschistisch 

CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak sprach von einem „bitteren Tag“ für seine Partei. Daran gebe es angesichts des schlechten Abschneidens nichts zu deuten.

Die Spitzenkandidatin der Linkspartei, Cansu Özdemir, bewertete den Wahlausgang als Zeichen, daß Hamburg antifaschistisch sei. Zugleich betonte sie jedoch, nicht mit SPD und Grünen eine Koalition eingehen zu wollen. (ag)

Der SPD-Spitzenkandidat und Erster Bürgermeister Hamburgs, Peter Tschentscher, am Wahlabend Foto: picture alliance/Axel Heimken/dpa

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