Polizisten im Einsatz in der Neujahrsnacht in Leipzig Connewitz Foto: picture alliance/Sebastian Willnow/dpa-Zentralbild/dpa
Angriff auf Polizisten

Linksjugend-Chef äußert Verständnis für Gewalt

HAMBURG. Der Bundessprecher der Linksjugend Solid, Michael Neuhaus, hat sich verständnisvoll über die Attacken von Linksextremisten auf Polizisten in der Neujahrsnacht in Leipzig-Connewitz geäußert. „Ich finde, man muß Gewalt immer im Kontext sehen“, sagt Neuhaus der ZEIT laut Vorabmeldung. Bei den Ereignissen zum Jahreswechsel müsse man auch den Polizeieinsatz berücksichtigen. „Die Eskalation dieses Einsatzes war abzusehen, vielleicht sogar erwünscht.“

Bereits am 1. Januar hatte Neuhaus auf Twitter der Polizei eine Mitschuld an der Eskalation gegeben. Er habe das „dumpfe Gefühl“, daß in Connewitz von „vornherein ein Exempel statuiert werden sollte“, schrieb der Linksjugend-Chef.

In ähnlicher Weise hatte sich auch die sächsische Linken-Abgeordnete Juliane Nagel geäußert. Die Polizei habe Connewitz geradezu „belagert“, beklagte sie. Polizeigruppen hätten Menschen umgerannt und verletzt, kritisierte Nagel. Ebenfalls auf Twitter schrieb sie von „ekelhafter Polizeigewalt“, „rassistischer Kontrolle“ und „Schikane“. „Anstatt die Polizei den Kiez einfach mal verläßt, läuft sie immer wieder behelmt durch die Menge, rennt Menschen um und löscht Feuer“.

Der frühere Vizepräsident des sächsischen Landtags, Horst Wehner (Linkspartei), kritisierte hingegen die Art, wie Teile seiner Partei mit den linksextremistischen Ausschreitungen in Leipzig umgingen. „Ich lehne jeder Art von Krawall grundsätzlich ab“, sagt Wehner, der von 2004 bis 2019 für die Linkspartei im sächsischen Landtag saß, der Zeitung. In der Partei gebe es „nicht immer eine so klare Abgrenzung zu linksradikalen Themen und Auffassungen“. Seines Erachtens brauchte es diese aber. „Gewalt ist fehl am Platz, bei aller politischer Auseinandersetzung.“ (krk)

Polizisten im Einsatz in der Neujahrsnacht in Leipzig Connewitz Foto: picture alliance/Sebastian Willnow/dpa-Zentralbild/dpa

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