Corona-Patient in Mailand
Corona-Patient in Mailand Foto: picture alliance / abaca
Wegen zu wenig Beatmungsgeräten

Deutschand nimmt Corona-Patienten aus Italien und Frankreich auf

DRESDEN. Sachsen hat mehrere an Covid-19 erkrankte Italiener aufgenommen, um sie hierzulande zu behandeln. Zunächst seien sechs Italiener per Flugzeug nach Sachsen gebracht worden, berichtete der Zeit-Journalist Martin Machowecz auf dem Kurznachrichtendienst Twitter. Sie würden an den Unikliniken in Dresden und Leipzig sowie in der Helios-Klinik Leipzig behandelt.

„Ich bin sehr dankbar“, sagte Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) demnach. Dies sei „ein ganz wichtiges Zeichen, daß wir zusammenhalten“. Sachsens Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) verwies auf die europäische Solidarität. „Wir sind hier in der EU, wir sind hier in Europa und das gebietet es, daß wir solidarisch miteinander sind.“

Vor allem in der oberitalienischen Region Lombardei sprachen Ärzte in den vergangenen Tagen von Ausnahmezuständen, die an Kriegssituationen erinnerten. Italienische Medien berichteten, daß teilweise nur noch Patienten mit guten Überlebenschancen auf die Intensivstation dürften, da die Betten knapp seien.

Rheinland-Pfalz nimmt zehn Patienten auf

In Deutschland hatten sich Bund und Länder vorige Woche auf einen Notfallplan für Krankenhäuser geeinigt. Oberstes Ziel sei es, mehr Plätze für Corona-Patienten zu schaffen, die mit einem leichteren Verlauf der Krankheit zu kämpfen hätten. Allerdings reiche auch die Zahl der 25.000 Intensivbetten mit Beatmungsmöglichkeit nicht aus, weshalb sie schnellstmöglich erhöht werden müsse. Zudem wurden Krankenhäuser angewiesen, medizinisch nicht dringende Operationen und Eingriffe zu verschieben.

Ungeachtet dessen hatten bereits am Sonntag das Saarland und Rheinland-Pfalz angekündigt, mehrere schwererkrankte Corona-Patienten aus Frankreich aufzunehmen. Hierfür sollen Intensivbetten mit Beatmungsgeräten zur Verfügung gestellt werden.

Der Kampf gegen das Virus sei nur gemeinsam zu gewinnen, betonte Saarlands Ministerpräsident Tobias Hans (CDU). Die Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz, Malu Dreyer (SPD), sagte ebenfalls zehn Intensivbetten für Patienten aus Frankreich zu. Zuvor waren schon zwei Erkrankte aus dem Elsaß an der Uniklinik in Freiburg aufgenommen worden. Sieben weitere sollen an die Unikliniken in Heidelberg, Mannheim und Ulm verlegt werden. (ls/krk)

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