Gewalt im öffentlichen Raum

NRW-Innenminister kündigt weitgehendes Messerverbot an

DÜSSELDORF. Der Innenminister von Nordrhein-Westfalen, Herbert Reul (CDU), hat angekündigt, das Tragen von Messern so weit wie möglich zu verbieten. Der Anlaß sei eine Zunahme von Messerangriffen in dem Bundesland, sagte der Politiker im Gespräch mit der Rheinischen Post.

„Das ist ein wachsendes Problem. Wir haben in NRW schon jetzt täglich mehr als zehn Vorfälle mit Messern. Die Hemmschwelle, es zu zücken, ist gesunken“, so Reul. Für ihn sei ein Verbot daher der richtige Weg. „Da, wo man es kann, sollte man das Mitführen von Messern verbieten“, fügte der Minister hinzu.

Vorübergehendes Waffenverbot im Dortmunder Hauptbahnhof

Ab dem kommenden Jahr sollen Messerangriffe im einwohnerstärksten Bundesland statistisch gesondert erfaßt werden. Bislang ist das nur in der bundeseinheitlichen Kriminalstatistik nicht der Fall.

Als Reaktion auf die steigende Zahl von Messerangriffen soll für das Wochenende vom 29. Juni bis 1. Juli ein Waffenverbot für den Dortmunder Hauptbahnhof verhängt werden. Das Verbot gelte ab Freitag von 18.00 Uhr bis 7.00 Uhr am folgenden Morgen. Ebenso von Samstagabend bis Sonntagmorgen zur gleichen Zeit. Dann dürfen Fahrgäste keine Messer, Reizgas, Schlaggegenstände oder gefährliche Werkzeuge bei sich führen.

Am vergangenen Wochenende galt bereits ein solches vorübergehendes Waffenverbot für einzelne Bahnhöfe in Berlin. Weitere Städte prüfen derzeit ähnliche Maßnahmen. (ag)

NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) spricht sich für ein Messerverbot aus Foto: picture alliance/Rolf Vennenbernd/dpa

Unterstützung

Wenn Ihnen der Artikel gefallen hat: Unterstützen Sie die JF mit einer Spende.

Der nächste Beitrag

aktuelles

All articles loaded
No more articles to load