Calzedonia-Plakat: Gleichstellungsrat soll mitentscheiden Foto: picture alliance/dpa
Antrag von Grünen und Rosa Liste

München verbietet angeblich sexistische Werbung

MÜNCHEN. Der Münchner Stadtrat hat auf Antrag der Grünen und der Rosa Liste beschlossen, angeblich frauenfeindliche Werbung auf städtischen Anzeigeflächen zu verbieten. Demnach sollen Plakate und Werbespots, die bestimmten Anforderungen nicht entsprechen oder offen frauenfeindlich seien, vom Wirtschaftsreferat und den Münchner Stadtwerken künftig abgelehnt werden, berichtet der Merkur.

Die Stadt verbietet Werbung, die „die sexuelle Attraktivität der Frau ohne Sachzusammenhang“ zeigen soll oder die Frauen „demütigt oder lächerlich macht“. Auch Werbeplakate, auf denen Frauen vermeintlich als Ware dargestellt werden oder die zu „Gewalt gegen Frauen oder Kinder“ auffordern, sollen nicht mehr zugelassen werden. Bei den Entscheidungen solle auch die Gleichstellungsstelle der Landeshauptstadt München miteinbezogen werden.

Alkohol- und Tabakwaren auf städtischen Werbeflächen sind vorerst noch erlaubt. Der Stadtrat kündigte jedoch an, darüber ausführlich zu diskutieren. „Wir sind gegen sexistische und pornografische Werbung, aber nicht gegen Werbung mit Tabak und Alkohol“, sagte Stadträtin Bettina Messinger (SPD).

Vor rund zwei Jahren hatte ein 114 Quadratmeter großes Poster mit Supermodel Adriana Lima in Bademode des Herstellers Calzedonia auf dem Münchner Marienplatz für Streit gesorgt. Politiker und der Gleichstellungsrat beschwerten sich über zu viel nackte Haut. (ls)

Calzedonia-Plakat: Gleichstellungsrat soll mitentscheiden Foto: picture alliance/dpa

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