BUDAPEST. Der in Ungarn inhaftierte deutsche Linksextremist Simeon T. hat nach dem Wahlsieg von Péter Magyar (die JF berichtete) auf politische Erleichterungen in seinem Fall gehofft. Aus dem Gefängnis in Budapest ließ er mitteilen, er hoffe, „dass es nun besser wird“.
Simeon T., der sich als non-binär bezeichnet und sich von Medien „Maja“ nennen lässt, war in Ungarn wegen brutaler Überfälle auf mutmaßliche Rechte zu acht Jahren Haft verurteilt worden.
Das Gericht sah es als erwiesen an, dass er sich an koordinierten Angriffen beteiligt hatte. Die „Hammerbande“ hatte ihre Opfer mit Schlagstöcken, Hämmern und anderen Gegenständen attackiert. Nach dem Machtwechsel in Budapest setzt T. nun auf eine mildere politische Atmosphäre. Gegenüber der taz erklärte er laut übermittelter Nachricht, der Wahlausgang könne der Zivilgesellschaft „Luft zum Atmen geben“. Die Feiern in der Stadt seien selbst im Gefängnis spürbar gewesen.
Simeon will nach Deutschland überstellt werden
Sein Anwalt forderte die Bundesregierung auf, die Gespräche mit Ungarn über eine mögliche Rücküberstellung wieder aufzunehmen. Konkret wandte er sich an Außenminister Johann Wadephul (CDU). Aus dem Auswärtigen Amt hieß es jedoch, an der rechtlichen Lage habe sich durch den kommenden Regierungswechsel nichts geändert.
Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) hatte das Urteil bereits im Februar ausdrücklich verteidigt. Simeon T. gehöre zu einer linksextremistischen Gruppe, die gezielt Jagd auf politische Gegner gemacht habe. (rr)






