MÜNCHEN. Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) hat bei der Kommunalwahl deutliche Stimmenverluste hinnehmen müssen. Nach dem vorläufigen Endergebnis erreichte der Amtsinhaber 35,6 Prozent der Stimmen und lag damit deutlich unter seinem Ergebnis von 2020. Damals hatte er im ersten Wahlgang noch 47,9 Prozent erzielt.
Zweitplatzierter wurde der Kandidat der Grünen, Dominik Krause, mit 29,5 Prozent. Damit kommt es in zwei Wochen erneut zu einer Stichwahl zwischen beiden Bewerbern.
In den vergangenen Wochen war der SPD-Politiker mehrfach in die Kritik geraten. Auslöser waren unter anderem nicht vom Stadtrat genehmigte Zahlungen im Zusammenhang mit einem Ehrenamt beim FC Bayern. Und dann hatte er im Münchner Stadtrat wenige Tage vor der Wahl noch einen sprachlichen Ausrutscher (die JF berichtete). Während einer Sitzung hatte Reiter wörtlich gesagt: „So, wo samma, sagen die Neger.“ Später erklärte er, es habe sich um ein spontanes Zitat aus einem Stück des verstorbenen bayerischen Liedermachers Fredl Fesl gehandelt. „Es lag mir in keiner Weise daran, Menschen zu verletzen oder abzuwerten“, erklärte der Oberbürgermeister in einer Stellungnahme und entschuldigte sich für die Bemerkung.
SPD- und CDU-Kandidaten bangen um Wiederwahl
Am Wahlabend räumte Reiter ein, dass die Debatten der vergangenen Wochen sein Ergebnis belastet haben könnten. „Ich habe in den letzten zwei Wochen ein, zwei Fehler gemacht“, sagte er und sprach von einem „für mich doch enttäuschenden Wahlabend“. Auch in anderen bayerischen Großstädten fiel im ersten Wahlgang noch keine Entscheidung. In Nürnberg lag Amtsinhaber Marcus König (CSU) mit 46 Prozent vor dem SPD-Kandidaten Nasser Ahmed, der auf 26,5 Prozent kam. Beide treten ebenfalls in einer Stichwahl gegeneinander an.
In Augsburg muss sich Oberbürgermeisterin Eva Weber (CSU) in zwei Wochen dem SPD-Kandidaten Florian Freund stellen. Weber kam im ersten Wahlgang auf 34,0 Prozent, Freund erreichte 19,9 Prozent. Mehrere weitere Amtsinhaber müssen ebenfalls um ihre Wiederwahl bangen. In Erlangen und Aschaffenburg lagen CSU-Kandidaten vor den bisherigen SPD-Oberbürgermeistern. In Schweinfurt wiederum führte der SPD-Bewerber in einer bislang von der CSU regierten Stadt.
Das landesweite Ergebnis der bayerischen Kommunalwahlen steht noch nicht fest. Es wird erst in den kommenden Tagen ermittelt, da neben den Oberbürgermeisterwahlen auch die Ergebnisse der Stadträte und Kreistage zusammengezählt werden müssen. Die Stichwahlen in den Städten und Landkreisen finden am 22. März statt. (rr)




