MÜNCHEN. Der Oberbürgermeister der bayerischen Landeshauptstadt, Dieter Reiter (SPD), hat nach einer Äußerung in der Stadtratssitzung vom Mittwoch um Entschuldigung gebeten. Dort hatte der 67jährige beim Studieren der Tagesordnung gut gelaunt vor sich hin gesagt: „So, wo samma, sagen die Neger.“ Die Sitzung wurde auf der Seite der Stadt München gestreamt, und die Stelle ist immer noch bei 1:47:45 Stunde abrufbar.
Nun hat sich Reiter in einer Pressemitteilung erklärt: „Bei der Äußerung handelt es sich um ein Zitat aus einem Stück des Künstlers Fredl Fesl, das mir spontan über die Lippen kam bei der Frage, wo wir uns in der Tagesordnung befinden.“ Der niederbayerische Musiker, Sänger und Kabarettist war 2024 im Alter von 77 Jahren gestorben.
Der Oberbürgermeister ergänzte: „Es lag mir in keiner Weise daran, Menschen zu verletzen oder abzuwerten. Wenn sich durch meine Worte jemand verletzt oder herabgesetzt gefühlt hat, bedaure ich das ausdrücklich und bitte dafür um Entschuldigung.“
Reiter: Verwendung von „Neger“ ist rassistisch
Der Vorfall ist auch deswegen brisant, weil der Münchner Stadtrat vor vier Jahren unter Reiter einen Beschluss mit dem Titel „N-Wort ächten“ verabschiedet hatte. „N-Wort“ wird von Politikern heute benutzt, um den Begriff „Neger“ zu vermeiden. Ihm sei bewusst, so Reiter, dass die Verwendung des Wortes als rassistisch einzuordnen und abzulehnen sei.
Seine Selbstkritik endete mit dem Satz: „Gerade als Oberbürgermeister habe ich eine besondere Verantwortung für einen respektvollen, sensiblen und diskriminierungsfreien Umgang miteinander.“

Am Sonntag wählen die Münchner ihren Oberbürgermeister. Reiter gilt laut Umfragen als großer Favorit. Es wäre seine dritte Amtszeit. Er ist seit dem 1. Mai 2014 OB der Landeshauptstadt. (fh)





