Parteiwechsel

Grünen-Gründungsmitglied unterstützt nun AfD

WORMS. Das Grünen-Gründungsmitglied Ludger Sauerborn hat aus Enttäuschung über die aktuelle Politik seine Partei verlassen. „Die immer schlimmer werdende Intoleranz gegenüber Andersdenkenden“ könne er nicht mehr mittragen, sagte er der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. „Ich fühle mich bei den Grünen nicht mehr zuhause“.

Sauerborn ist Lehrer, war Oberbürgermeisterkandidat in Worms und hat für den rheinland-pfälzischen Landtag kandidiert. Nun ist er nach 36 Jahren bei den Grünen ausgetreten. Die unbegrenzte Aufnahme von Flüchtlingen, die Euro-Rettungspolitik und den Boykott Russlands halte er für grundfalsch. Scharf kritisierte er die Grüne Europaabgeordnete Rebecca Harms, die sich als „kälteste der kalten Krieger gerieren würde“, während sich in der Programmatik der AfD, etwa in den außenpolitischen Positionen Gaulands, viele unterstützenswerte Positionen finden ließen. Auch die Skepsis der AfD gegenüber den Bundeswehr-Auslandseinsätzen und der Euro-Rettungspolitik würde zeigen, daß die AfD aus „viel überzeugteren Europäern“ bestünde als die Grünen.

Doppelmoral der Medien ist ein Skandal

Die Vorwürfe gegen Frauke Petry (AfD), die in einem Interview den Schutz der Grenzen mit Waffengewalt nicht ausschloß, nannte der ehemalige Kriegsdienstverweigerer „eine schlimme Heuchelei“. Petry habe lediglich nach mehrmaligem Insistieren die Rechtslage erläutert. Die unterschiedliche mediale Bewertung sehr ähnlicher politischer Provokationen, wie etwa der Galgen bei Pegida und das blutige Schafott auf einer Anti-TTIP-Demo, nannte der ehemalige Grüne einen Skandal.

Unfair und einseitig sei die Berichterstattung der Presse. Außerdem seien die überspitzten Äußerungen aus den Reihen der AfD oder der Pegida kein Vergleich zu denen der Grünen. Von den 19-Pegida-Thesen könne er hingegen fast alle unterschreiben.

Die „Islamisierung Deutschlands“ zeige sich darin, daß „die Grünen jetzt zum Beispiel spezielle Schwimmzeiten für Moslems unterstützen“. Es sei zudem nicht in Ordnung, wenn an Schulen als zweite Fremdsprache nur noch Arabisch angeboten würde. Gerade unter den integrierten Einwanderer würde die große Mehrheit die Willkommenskultur der Bundeskanzlerin ablehnen, sagte der mit einer Chinesin verheiratete AfD-Anhänger. Die Unzufriedenheit über die derzeitige Flüchtlingspolitik sei bei vielen Grünen sehr groß, bestätigte Sauerborn auf Nachfrage. (mv)

AfD-Fahne: Kritik an Grünen Foto: picture alliance

Unterstützung

Wenn Ihnen der Artikel gefallen hat: Unterstützen Sie die JF mit einer Spende.

Der nächste Beitrag

ähnliche Themen

All articles loaded
No more articles to load

aktuelles

All articles loaded
No more articles to load