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Demonstration in Villingen nach dem Fund der Handgrante auf dem Gelände der Asylunterkunft Foto: picture alliance/dpa
Meinung

Blamierte Vorverurteiler

Eine Weile schon nichts mehr gehört vom Handgranatenwurf auf eine Asylunterkunft in Villingen in Baden-Württemberg. Deswegen: Die „Rechtsterroristen“ waren offenbar osteuropäische Einwanderer, die Polizei schließt einen fremdenfeindlichen Hintergrund aus.

Tatsächlich ging es wohl um Konflikte zwischen rivalisierenden Sicherheitsunternehmen –auch eine von den Branchen, in denen der Steuergeldsegen für den Asylansturm regelrecht Goldgräberstimmung ausgelöst hat.

Die Vorverurteiler und Allesbesserwisser, denen jeder Anlaß recht ist, die eigenen Bürger unter Generalverdacht zu stellen, wenn’s denn ins ideologische Raster paßt, sind auf Tauchstation. Heiko „Bundesjustizminister“ Maas (SPD) nimmt natürlich sein Gerede von der „neuen Qualität der Hetze und Gewalt“ nicht zurück.

Mediale Handlanger

Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) hat sich auch noch nicht bei seinen Landsleuten dafür entschuldigt, daß er ihnen als eifriger Maas-Nachplapperer unterstellt hat, „mit Kriegswaffen auf Asylsuchende losgegangen“ zu sein. Und seinem Parteifreund Volker Beck ist sein sensationsgierig ausgemachter „rechter Straßenterror“ natürlich auch kein bißchen peinlich.

Als Scharfmacher, Klimavergifter und Gesellschaftsspalter blamiert sind sie trotzdem. Nicht daß sie es nicht hätten besser wissen können: Die Pressemitteilungen der Polizei-Sonderkommission waren durch die Bank zurückhaltend formuliert und haben alle Optionen offen gelassen. Gut, daß die Ermittlungen von Profis durchgeführt wurden und nicht von Gesinnungsscharfrichtern vom Schlage Maas und Beck.

Die interessieren sich nämlich nicht für Fakten, sondern für politische Verwertbarkeit. Genauso wie ihre medialen Handlanger vom Schlage der Augsteinjakobs, die bedenkenlos auf jede Sau aufspringen, die sie durchs Dorf treiben, auch wenn sie am Ortsrand gleich wieder abgeworfen werden.

Panisches Um-Sich-Beißen

Und sich dabei lächerlich machen. Das geht nicht auf einen Schlag, ist aber schon ziemlich weit fortgeschritten. Daher das immer panischere Um-Sich-Beißen, die realitäts- und faktenresistente Arroganz, die totale Kritikunfähigkeit. Villingen ist dafür eine Chiffre, wie Sebnitz.

Wer zu oft und offensichtlich lügt und Unsinn redet, dem entgleitet früher oder später auch die Diskurshoheit. Dem nimmt man irgendwann auch seine Drohgebärden und sein Diffamierungsgefuchtel nicht mehr ab. Danke für die Selbstdemontage.

Demonstration in Villingen nach dem Fund der Handgrante auf dem Gelände der Asylunterkunft Foto: picture alliance/dpa

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