Pegida
Pegida-Demonstration am Montag in Dresden: Die islamkritische Bewegung will nun Partei werden Foto: picture alliance/dpa

Dresden
 

Pegida zieht es in die Politik

DRESDEN. „Von der Lautstärke her würde ich sagen: Fanclub Dynamo Dresden, also ungefähr 20.000.“ Mario V. grinst, nachdem er den Lautstärkepegel der „Volksverräter“-Chöre geschätzt hat. Von der Treppe des Verkehrsmuseums läßt sich die Menge gut überblicken. „Es sind mehr als letzte Woche. Und es kommen immer noch Spaziergänger nach“, sagte er.

Über die Zahlen der jüngsten Pegida-Demonstration gibt es wie immer geteilte Ansichten. Das liegt vor allem daran, daß die Polizei keine Angaben zu den Teilnehmern macht. Die Nachrichtenagentur dpa will etwas über 5.000 Demonstranten gezählt haben. Nach Schätzungen der JUNGEN FREIHEIT waren es aber deutlich mehr.

Auch deswegen kündigt Pegida-Organisator Lutz Bachmann unter Jubel und zahlreichen geschwenkten Fahnen des deutschen Widerstands an, die künftigen Montagsdemonstrationen der Patriotischen Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes auf den größeren Platz vor der Semperoper verlegen zu wollen. „So viele seid ihr inzwischen schon“, begründete er diesen Schritt am Ende der Veranstaltung, während er durch seine Jacke den Blick auf sein Putin-Hemd freigibt.

Kritik an der AfD

Zuvor hat Bachmann bereits die Gründung einer Pegida-Partei angekündigt. Mit der will er auf kommunaler, Landes- und Bundesebene antreten und mit verschiedenen europäischen Rechtsparteien zusammenarbeiten. Bereits in der vergangenen Woche hatte Bachmann gesagt, er wolle die Chefin des Front National, Marine Le Pen, zum einjährigen Bestehen von Pegida einladen.

Der niederländische Islamkritiker Geert Wilders zählte ebenfalls schon zu den Gästen Pegidas. CDU, Grüne und Linkspartei hätten das Volk verraten, kritisierte Bachmann. „Volksverräter“-Rufe sind die Antwort der Demonstranten. Und auch auf die AfD wolle er nicht mehr hoffen. Denn die versuche nur, den Erfolg von Pegida für sich zu verbuchen.

Die Polizei hatte an diesem Abend nicht viel zu tun. Gegendemonstranten waren nicht zu sehen, und die Pegida-Kundgebung blieb – wie schon in der Vergangenheit – friedlich. (cop/krk)

Pegida-Demonstration am Montag in Dresden: Die islamkritische Bewegung will nun Partei werden Foto: picture alliance/dpa
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