Anzeige
Anzeige

Migrationskrise: Tausende Afrikaner nutzen „verfluchte“ Insel als Sprungbrett nach Europa

Migrationskrise: Tausende Afrikaner nutzen „verfluchte“ Insel als Sprungbrett nach Europa

Migrationskrise: Tausende Afrikaner nutzen „verfluchte“ Insel als Sprungbrett nach Europa

Schleuser nutzen eine vermeintlich verwunschene Insel, um von dort aus illegale Migranten aus Afrika in die EU zu bringen. Foto: picture alliance / Daniel Kubirski | Daniel Kubirski
Schleuser nutzen eine vermeintlich verwunschene Insel, um von dort aus illegale Migranten aus Afrika in die EU zu bringen. Foto: picture alliance / Daniel Kubirski | Daniel Kubirski
Schleuser nutzen eine vermeintlich verwunschene Insel, um von dort aus illegale Migranten aus Afrika in die EU zu bringen. Foto: picture alliance / Daniel Kubirski | Daniel Kubirski
Migrationskrise
 

Tausende Afrikaner nutzen „verfluchte“ Insel als Sprungbrett nach Europa

Weil die Insel Jinack mit einem Fluch der Vorfahren belegt sein soll, trauen sich Behörden nicht, sie zu betreten oder zu kontrollieren. Das macht sie zu einem neuen Ausgangspunkt illegaler Migration tausender Afrikaner nach Europa.
Anzeige

JINACK. Auf der abgelegenen Insel Jinack im westafrikanischen Gambia hat sich ein neuer Brennpunkt der illegalen Migration nach Europa entwickelt. Tausende Afrikaner sammeln sich dort, um von der kaum kontrollierten Küste aus in Richtung der spanischen Kanarischen Inseln aufzubrechen.

Die schmale, von Mangroven durchzogene Insel liegt strategisch günstig an der Mündung des Gambia-Flusses in den Atlantik. Von hier aus können Boote nachts nahezu unbemerkt in See stechen.

Nachdem nordafrikanische Staaten ihre Küsten stärker sichern – auch mit finanzieller Unterstützung der Europäischen Union –, weichen Schleusernetzwerke zunehmend auf alternative Routen aus. Jinack gilt inzwischen als einer dieser neuen Ausgangspunkte. Eine Besonderheit verschafft der Insel zusätzliche Attraktivität: Unter den Bewohnern ist der Glaube verbreitet, Jinack werde von den Geistern der Vorfahren geschützt. Diese würden Unglück über staatliche Eingriffe bringen. Tatsächlich betreten Behördenvertreter das Eiland häufig nur zögerlich oder ohne Uniform. Für Schleuser entsteht so ein Raum, in dem staatliche Kontrolle faktisch kaum stattfindet.

Insel von Behörden kaum kontrolliert

Viele Migranten warten wochenlang auf ihre Abfahrt, oft in einfachen Unterkünften oder bei Einheimischen, die Zimmer vermieten, berichtet die New York Times. Sobald sich eine Gelegenheit bietet, werden sie in überfüllte Holzboote gedrängt. Boote, die ursprünglich für die Küstenfischerei gedacht sind und für die Atlantiküberquerung kaum geeignet sind.

Nach Angaben der Internationalen Organisation für Migration erreichten im vergangenen Jahr 21.877 Migranten die Kanarischen Inseln. Ein wachsender Teil dieser Überfahrten beginnt inzwischen in Westafrika, darunter auch in Gambia. Von den 73 Booten, die 2025 von dort Richtung Europa aufbrachen, startete ein erheblicher Anteil von Jinack.

Über Jahre hinweg fehlte auf der Insel nahezu jede staatliche Kontrolle. Illegale Aktivitäten wie Cannabis-Anbau wurden offen betrieben, Razzien blieben wegen des vermeintlichen Fluchs selten. Erst nach den tödlichen Unglücken reagierten Behörden und lokale Bewohner: Boote wurden beschlagnahmt, Migranten der Polizei übergeben und Drogenfelder zerstört.

Schleuser nutzen eine vermeintlich verwunschene Insel, um von dort aus illegale Migranten aus Afrika in die EU zu bringen. Foto: picture alliance / Daniel Kubirski | Daniel Kubirski
Anzeige
Anzeige

Der nächste Beitrag

ähnliche Themen
aktuelles