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Schweiz: Minderjährige monatelang in Barbershop missbraucht

Schweiz: Minderjährige monatelang in Barbershop missbraucht

Schweiz: Minderjährige monatelang in Barbershop missbraucht

Die Fälle von Ausbeutung häufen sich, warnt die Polizei in der Schweiz. Symbolbild: picture alliance / dts-Agentur | dts Nachrichtenagentur GmbH
Die Fälle von Ausbeutung häufen sich, warnt die Polizei in der Schweiz. Symbolbild: picture alliance / dts-Agentur | dts Nachrichtenagentur GmbH
Die Fälle von Ausbeutung häufen sich, warnt die Polizei in der Schweiz. Symbolbild: picture alliance / dts-Agentur | dts Nachrichtenagentur GmbH
Schweiz
 

Minderjährige monatelang in Barbershop missbraucht

Auch in der Schweiz häufen sich Berichte über Grooming-Gangs und sexuelle Ausbeutung junger Mädchen. In Genf wurden mehrere Minderjährige über Monate in einem Barbershop missbraucht. Die Polizei spricht von einem großen Dunkelfeld.
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GENF. Mehrere Fälle von sexueller Ausbeutung Minderjähriger haben in der Schweiz eine Debatte ausgelöst. Nach bisherigen Ermittlungen wurden mehrere junge Mädchen über mehr als ein Jahr in einem Genfer Barbershop missbraucht. Acht Personen wurden verhaftet, darunter die Betreiber des Geschäfts sowie mutmaßliche Kunden.

Das jüngste bekannte Opfer war 14 Jahre alt. Insgesamt sollen nach den bisherigen Erkenntnissen sechs Minderjährige betroffen gewesen sein. Der Fall rückt ein Problem in den Mittelpunkt, das nach Angaben von Ermittlern und Sozialarbeitern lange im Verborgenen blieb.

In den Kantonen Genf und Waadt sind derzeit rund 90 Fälle bekannt, in denen Jugendliche im Umfeld schwerer sexueller Ausbeutung auftauchten. Die Behörden gehen von einer deutlich höheren Dunkelziffer aus. Bei den Betroffenen handelt es sich nach Berichten mehrheitlich um Mädchen zwischen 14 und 17 Jahren.

Nach Angaben der Genfer Kantonspolizei tauchen beinahe wöchentlich neue Verdachtsfälle auf. Marc Zingg von der Kantonspolizei Genf beschrieb das Milieu gegenüber dem Westschweizer Fernsehen RTS als „extrem geheim“ und „diskret“. Es sei beunruhigend, dass die Polizei kaum Kontrolle habe, weil vieles im Untergrund stattfinde.

Minderjährige auch in Deutschland Opfer sexueller Ausbeutung

Auch die Waadtländer Kantonspolizei beobachtet die Entwicklung mit Sorge. Eine Ermittlerin sagte Schweizer Medien, viele Betroffene sähen sich selbst nicht als Opfer. Genau das mache die Arbeit der Behörden besonders schwierig.

Kritisiert wird zudem, dass die Schweiz keine spezialisierten Strukturen für junge Opfer solcher Ausbeutung habe. In Frankreich gebe es dafür eigene Einrichtungen. In der Schweiz dagegen müssten Polizei, Sozialarbeiter und Jugendhilfe mit Fällen umgehen, die oft erst spät sichtbar würden.

Unterdessen beschäftigt auch in Deutschland ein ähnlicher Fall die Behörden. In Nürnberg ermittelt die Polizei gegen eine Gruppe von Männern aus Syrien, Nordafrika und Pakistan. Sie sollen Mädchen zunächst mit Geschenken umworben und später von Drogen abhängig gemacht haben (die JF berichtete). Die Polizei richtete dafür eine eigene Ermittlungsgruppe ein. Das Nürnberger Jugendamt sprach bereits von „einer neuen Dimension“. (rr)

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