NARBONNE. Die Mutter des von Migranten ermordeten französischen Jugendlichen Louis (JF berichtete) hat eine große Demonstration für den kommenden Sonntag angekündigt. „Jetzt ist nicht die Zeit zu trauern, jetzt ist Zeit für Krieg“, sagte sie dem Fernsehsender CNews. Ihre Schwester Marie-Julie Marteau, die Tante des Opfers, sagte, die Familie sei ermüdet von den „Weißen Märschen“, die üblicherweise nach Gewaltakten an jungen Menschen abgehalten werden – bei denen sich die Demonstrationsteilnehmer in Weiß kleiden und ihren Marsch schweigend abhalten, wie etwa nach der Tötung eines 16jährigen im Herbst 2023 (JF berichtete). „Wir sind entschlossener und wütender denn je“, betonte Louis‘ Mutter.
Sie forderte, dass die Tatverdächtigen nach Erwachsenenstrafrecht angeklagt werden sollten. Auch solle das französische Jugendstrafrecht überarbeitet werden. Weitere Kritik richtete sie an die Behörden des Landes. So habe sie die Sozialbehörden mehrfach gewarnt, dass ihr Sohn in Gefahr sei.
#BREAKING: Die Familie des ermordeten französischen Teenagers Louis ruft zu einer großen Demonstration in Narbonne auf – Sonntag, 5. Juli.
Seine Mutter macht unmissverständlich klar:
„Jetzt ist nicht die Zeit zu trauern. Jetzt ist die Zeit für den Krieg.“
Tausende werden… pic.twitter.com/nnZAigTVav— Lexa 🇩🇪 (@rebew_lexa) June 30, 2026
Der 17jährige Louis war am 19. Juni von Bekannten auf eine Baustelle in der südfranzösischen Stadt Narbonne gelockt und von ihnen anschließend zu Tode geprügelt worden. Die Täter filmten ihre Tat, einer prahlte anschließend vor Freunden mit dem Gewaltakt. Obwohl die Polizei die Identitäten der Tatverdächtigen bislang nicht veröffentlichte, gingen in den sozialen Netzwerken rasch Fotos von Verdächtigen herum. Es soll sich um fünf Jugendliche handeln. Vier davon haben einen Migrationshintergrund.
Innenminister Nuñez wirft Rechten Instrumentalisierung vor
Vergangene Woche hatte sich Innenminister Laurent Nuñez (Renaissance-Partei) über eine angebliche „Instrumentalisierung“ des Falls durch die „extreme Rechte“ beschwert. Es gebe laut Staatsanwaltschaft keine Hinweise auf ein „rassisches Motiv“ bei der Tötung. Louis sei demnach nicht getötet worden, weil er Franzose war. Er sei dennoch besorgt über die zunehmende Gewalt unter Jugendlichen.
Zuvor hatte der Vorsitzende des Rassemblement National (RN), Jordan Bardella, angekündigt, in Frankreich für Ordnung sorgen zu wollen. „Der 17jährige Louis wurde mit unvorstellbarer Brutalität zu Tode gelyncht, von seinen schadenfrohen Angreifern gefilmt, eine ganze Nacht lang qualvoll leiden gelassen und schließlich leblos auf einer Baustelle in Narbonne gefunden“, schrieb er auf X. Der Mord sei „das Symbol eines Landes, das aus den Fugen geraten ist und von einer Verrohung untergraben wird, die weder die Nachlässigkeit noch die Blindheit unserer Politiker aufhalten können“. (lb)





