BUDAPEST. Der US-Vizepräsident JD Vance ist wenige Tage vor der Parlamentswahl nach Ungarn gereist. Am Dienstagabend tritt er gemeinsam mit Ministerpräsident Viktor Orbán bei einer Wahlkampfveranstaltung in Budapest auf. Zuvor sind bilaterale Gespräche geplant.
Offiziell steht der Besuch im Zeichen der Zusammenarbeit zwischen Washington und Budapest. Das Büro von Vance kündigt eine Rede über die „reichhaltige“ Partnerschaft beider Länder an.
Die ungarische Regierung spricht von einem wichtigen Signal für Kooperation in den Bereichen Sicherheit, Wirtschaft und Technologie. In Ungarn wird der Besuch jedoch vor allem als Unterstützung für Orbán gewertet. Der Regierungschef steht vor einer richtungsweisenden Wahl. Umfragen sehen seine Partei hinter der Opposition, viele Wähler gelten als unentschlossen. Rückendeckung erhält Orbán aus Washington. US-Präsident Donald Trump hat ihm zuletzt demonstrativ seine Unterstützung zugesichert. „Er hat meine völlige und totale Zustimmung“, erklärte Trump in einer Videobotschaft. „Ich hoffe, dass er gewinnt, und zwar haushoch.“
Washington will Orbán an der Macht halten
Der Auftritt von Vance kurz vor dem Urnengang gilt als ungewöhnlich. Hochrangige US-Politiker vermeiden üblicherweise Besuche unmittelbar vor Wahlen in befreundeten Staaten. Beobachter sehen darin ein Signal, wie wichtig der US-Regierung ein Verbleib Orbáns an der Macht ist.
Orbán pflegt seit Jahren enge Kontakte zur Trump-Bewegung und gilt als politisches Vorbild für Teile der amerikanischen Rechten. Seine Regierung setzt auf eine restriktive Migrationspolitik, betont nationale Souveränität und steht in dauerhaftem Konflikt mit Brüssel. (rr)






