Robert Mugabe: Hat das Land ruiniert Foto: picture alliance/AP Photo
Schwarzer Rassismus

Simbabwe: Mugabe will die letzten weißen Farmer vertreiben

HARARE. Simbabwes Präsident Robert Mugabe hat die letzten knapp 500 weißen Farmer im Land aufgefordert, zu verschwinden. „Wir sagen Nein zu Weißen, die unser Land besitzen“, sagte der 90jährige vor Anhängern. In dem völlig verarmten Land kommt es immer wieder rassistischen Morden an Weißen.

Ein Farmer sagte der Neuen Zürcher Zeitung, Mugabe mache die Weißen zu Sündenböcken für seine verfehlte Wirtschaftspolitik. „Das ist die lächerliche Ausrede der Regierung angesichts ihres Versagens.“ Seit einer Landreform im Jahr 2000, bei der die meisten Weißen enteignet wurden, herrscht in der einstigen Kornkammer Afrikas Nahrungsmittelknappheit. Viele Kleinbauern, die das Land bekamen, waren mit dem Ackerbau überfordert und ließen die Felder verkommen.

Die Inflationsrate lag in den vergangenen Jahren teilweise bei mehr als 100.000 Prozent. Zugleich sank die Lebenserwartung von 55 auf 44 Jahre. Dafür ist vor allem eine Aids-Epidemie verantwortlich, unter der etwa 30 Prozent der Bevölkerung leiden. In der Vergangenheit hatte der international isolierte Präsident immer wieder über den angeblichen Rassismus in Europa und Amerika gewettert. Nach der Enteignung der weißen Farmer strichen die Vereinten Nationen und die Weltbank die meisten Hilfen für Simbabwe. (ho)

Robert Mugabe: Hat das Land ruiniert Foto: picture alliance/AP Photo

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