Margarete Stokowski: Feministin Foto: picture alliance/Gregor Fischer/dpa
Von „rechten Journalisten“ ausgelöst

Feministin Stokowski klagt über rechte Shitstorms

BERLIN. Die Feministin und Autorin Margarete Stokowski hat sich über rechte Journalisten beklagt, die im Internet Haßkampagnen auslösen. „Diese Angriffe kommen häufig in Wellen, und manchmal kriegt man das raus, daß in einem Nazi-Blog oder von irgendeinem rechten Journalisten oder so etwas geschrieben wurde“, sagte Stokowski am Montag im Deutschlandfunk.

Es überrasche sie nicht, daß solche Shitstormes auch von Leuten ausgelöst würden, die publizistisch tätig sind. „Und die wissen natürlich oft ganz genau, in welchem Graubereich sie sich bewegen müssen, um nicht strafrechtlich verfolgt zu werden.“

Beispielsweise reiche es, wenn sie darauf hinwiesen: „Folgende Aktivistin hat dies und das mal getwittert. Die arbeitet übrigens bei einem Verein, der öffentlich gefördert wird. Und dann fangen Leute halt an, diese Aktivistin zu verfolgen, sie veröffentlichen die Adresse, sie melden sich bei der Arbeitsstelle, sie melden sich bei dem jeweiligen Ministerium, das diesen Verein irgendwie fördert.“ Diese Angriffe kämen dann von anonymen Benutzerkonten, ausgelöst würden sie aber „durch Leute, die unter Klarnamen journalistisch tätig arbeiten“.

„Arbeit der Ermittlungsbehörden teilweise bizarr schlecht“

Deutschlandfunk-ModeratorinBrigitte Baetz erwiderte daraufhin: „Es ist natürlich schwierig, dann aber auch gegen die Journalisten, die sowas anzetteln, sage ich mal, vorzugehen, eben weil sie sich so uneindeutig und sehr vorsichtig gezielt verhalten.“ Dem stimmte die polnischstämmige Spiegel-Kolumnistin zu: Es sei „wahnsinnig schwierig, weil man denen im Grunde juristisch nicht nachweisen kann, daß sie einen rechten Mob aufgestachelt haben“.

Stokowski machte zudem der Polizei schwere Vorwürfe und beklagt sich über den Aufwand beim Erstatten von Anzeigen. Sie gebe Drohungen immer an ihre Anwältin weiter. „Ich muß das dafür dokumentieren, man braucht Links und Screenshots und das alles. Das macht natürlich Arbeit, das zu dokumentieren.“ Meistens passiere dann aber nicht viel. „Also, erstens dauert es üblicherweise Monate, bis man irgendetwas hört. Und die Arbeit der Ermittlungsbehörden ist teilweise bizarr schlecht.“(ls)

Margarete Stokowski: Feministin Foto: picture alliance/Gregor Fischer/dpa

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