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Radikales Sprachrohr der Freiheitsfreunde

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Das 100. Heft des „ef-Magazins“ Foto: ef

BERLIN. Unter der offenen Frage „Zeitenwende oder Wertewandel?“ feiert das libertäre Monatsmagazin eigentümlich frei (ef) mit der März-Ausgabe 2010 sein 100. Heft-Jubiläum. Von André F. Lichtschlag (41) zu einem antizyklischen Zeitpunkt gegründet – im Schicksalsjahr 1998, als Rot-Grün antrat, diese Republik gemäß dem Erbe der Achtundsechzger umzuerziehen –, ist die Zeitschrift seither zu einem unverzichtbaren und im besten Sinne radikalen Sprachrohr aller Freiheitsfreunde geworden.

Kaum einer, der unter Libertären, Konservativen und Liberalen sowohl in Deutschland wie weltweit Rang und Namen hatte, der sich hier nicht zu Wort meldete: So äußerten sich in ef bereits Wirtschaftsnobelpreisträger Milton Friedman, der jüngst verstorbene FDP-Grande Otto Graf Lambsdorff, Wirtschaftslenker Hans-Olaf Henkel oder Blattmacher wie der ehemalige Welt-Chefredakteur Roger Köppel.

Nicht zu vergessen der dem klassischen Liberalismus verpflichtete Publizist Roland Baader, der zu den Lieblingsautoren des Herausgebers gehört und der erst kürzlich seinen 70. Geburtstag feierte. Ohne ihn, so Lichtschlag im Vorwort seiner Jubiläumsausgabe, wäre die Zeitschrift nicht das, was sie heute ist: ein Medium für freiheitlich denkende Menschen, die darum wissen, „daß der gemeinsame Nenner aller Freiheitsfeinde von rechts und links stets eine unkritische Staatsgläubigkeit ist“ (Carlos A. Gebauer).

„Anmaßung plus Täuschung plus Geschäft plus Bestechung“

Programmatisch für das Selbstverständnis von eigentümlich frei steht etwa folgendes Baader-Zitat, das zuerst im ef-magazin veröffentlicht wurde und 2008 als Buch erschien („Freiheitsfunken. Aphoristische Impfungen“, Lichtschlag-Verlag): „Politik ist Anmaßung plus Täuschung plus Geschäft plus Bestechung. Genauer: Anmaßung gesellschaftsgestalterischer Handlungskompetenz plus Vortäuschung der Notwendigkeit von umfassendem Aktivismus plus Geschäft mit der Bewirtschaftung des Neids plus Bestechungsspendabilität mit anderer Leute Geld.“

Damit korrespondiert die Auffassung von ökonomischen Gesetzen als Naturgesetzen: „im Sinne der wenig wandelbaren Natur des Menschen. Niemand, kein Funktionär und keine Partei, kann sie ausschalten.“

Entsprechend widmen sich die zahlreichen Kolumnen des Magazins dem Beständigen und Bewährten: So etwa die „Lebenswerte“ von Michael Klonovsky, der „Deutschland Brief“ von Bruno Bandulet, die „Make love, not law“-Reflexionen von Carlos A. Gebauer, die „Oldie“-Weisheiten von Klaus Rainer Röhl oder die Überlegungen von Jörg Guido Hülsmann in seiner Rubrik „Wirtschaft und Ethik“. >>

Natürlich ist auch Roland Baader mit seinen neuen „Freiheitsfunken“ vertreten. Hier eine weitere Kostprobe („Erfolgsaussicht“): „Hat jemand, der unablässig für die Freiheit eintritt, überhaupt noch eine Erfolgsaussicht? Eigentlich nur eine: die Selbstachtung nicht zu verlieren.“

Wie unverzichtbar das Magazin – das schon früh vor der gegenwärtigen Finanz- und Wirtschaftskrise gewarnt hatte – in der tagesaktuellen Debatte ist, zeigt sich an der neuen Ausgabe: In seinem Beitrag „´Spiegel´ und Co. gegen die katholische Bastion: Die Scheinheiligen“ liefert Lichtschlag alle Argumente, die – um ein Beispiel zu nennen – den Diskutanten in der jüngsten „Hart, aber fair“-Sendung, wo über den sexuellen Mißbrauch in der katholischen Kirche gestritten wurde, gefehlt hatten.

Die Wirklichkeit wird hier vom Kopf auf die Füße gestellt, wenn Lichtschlag feststellt, daß „´Spiegel´ und Co.“ zu der „hausgemachten und immer alltäglicheren Christenverfolgung mitten in Deutschland schweigen“. Lesenswert ist auch die persönliche Erinnerung des JF-Kolumnisten Ronald Gläser, der hier seine Schulzeit am verleumdeten Canisius-Kolleg beschreibt – ein gänzlich anderes Bild, als es von den Mainstream-Medien gezeichnet wird.

Für seine Prophezeiungsgabe gefürchtet

Der für seine Prophezeiungsgabe gefürchtete Jurist und einstige TV-Anwalt Carlos A. Gebauer beschreibt derweil – vor dem Hintergrund des CD-Ankaufs mit gestohlenen Daten von „Steuersündern“ – ,wie eine „Rechtsordnung günstig abzugeben“ ist, und entwirft das Zukunftsszenario einer Spitzel-Gesellschaft par excellence. Die den rechtswidrigen Datenankauf befördende Finanzkrise reflektiert Bruno Bandulet in seinem „Deutschland Brief“. Angesichts der Verschuldung Griechenlands bleibe für den Euro-Raum am Ende nur „die Wahl zwischen Staatsbankrott und Inflation“.

Roland Baader vertieft dieses Problem im Hauptbeitrag der ef-Ausgabe. Aus seiner Sicht geht es um mehr als „nur“ Krise und Depression: um bevorstehenden Staatsbankrott und Währungszerrüttung, verarmende Bevölkerung, Suppenküchen, Gesellschaftszerfall und Aufruhr. Dementsprechend befürchtet Baader Notverordnungen als letzte staatliche Versuche, Herr der Lage zu werden. „Kurz: das Ende der Freiheit und das Ende aller Sicherheit und Gerechtigkeit.“

Noch aber ist es nicht soweit. Immerhin haben die Thesen der ef inzwischen auch Peter Sloterdijk, Norbert Bolz oder Gunnar Heinsohn aufgegriffen, die ef-Gefährten Reinhard K. Sprenger und Hans Olaf Henkel saßen unlängst zusammen bei Anne Will in der Sendung, und Westerwelle hat sich aus dem ef-Editorial die Parole „Mehr netto“ entliehen. Gewicht erhält diese freilich nur, wenn man es so formuliert wie André Lichtschlag: „Kein Fußbreit den neosozialistischen Ausbeutern aller Parteien! Mehr netto!“

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