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Unionsfraktionschef widerspricht Linkstrend-These

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Volker Kauder: „wieder stärker am C orientieren“ Foto: Bundestag/Werner Schüring

HAMBURG. Der Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Volker Kauder, hat der These widersprochen, die Christdemokraten seien in jüngster Zeit programmatisch immer weiter nach links gerückt.

„Ich kann einen solchen Trend nicht erkennen“, sagte der Kauder gegenüber dem Hamburger Abendblatt, nachdem er auf die Vorwürfe der Aktion „Linkstrend stoppen“ angesprochen worden war.

Der Fraktionschef bekräftigte indes, die CDU sei „keine konservative Partei“. Er räumte jedoch ein, seine Partei müsse sich „wieder stärker am C orientieren“. Das Christliche sei allerdings „etwas Revolutionäres“.

„CDU hat sich gewandelt“

Auf die Frage, ob er befürchte, der Arbeitskreis Engagierter Katholiken (AEK) könne die Keimzelle einer neuen Partei werden, antwortete Kauder: „Das kann ich mir nicht vorstellen. Eine Partei Bibeltreuer Christen gibt es bereits. Eine weitere Parteienzersplitterung würde niemandem einen Nutzen bringen.“

Der CDU-Politiker meinte abschließend, alle, „die sich aufgrund ihres christlichen Bekenntnisses politisch engagieren wollen“, seien „zur Mitarbeit in der Union“ eingeladen: „In der Volkspartei CDU haben sie Gelegenheit, ihre Ziele einzubringen.“

Unterdessen hat Hamburgs Bürgermeister Ole von Beust (CDU) indirekt die These vom Linkstrend der Union bestätigt: „Die CDU hat sich gewandelt“, sagte er der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

Keine klassisch konservative Politik mehr

Der Regierungschef der Hansestadt, der einer Koalition mit den Grünen vorsteht, behauptete in dem Interview, in einer Großstadt komme man „mit der klassischen konservativen Politik“ nicht weit: „Damit können Sie hier höchstens 25 Prozent der Wähler erreichen“, sagte von Beust.

Seiner Ansicht nach bedeute konservativ zu sein „heute etwas anderes als früher“. Als Beispiele für den Wandel der Christdemokraten nannte Hamburgs Bürgermeister ein geändertes Familienbild und die Akzeptanz, daß Deutschland ein Einwanderungsland sei. (vo)

> Die Aktion „Linkstrend stoppen“ im Internet

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