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JF-Exklusiv: Linksextreme Anschläge auf Kirchencafé: Stadt vollzieht Kehrtwende

JF-Exklusiv: Linksextreme Anschläge auf Kirchencafé: Stadt vollzieht Kehrtwende

JF-Exklusiv: Linksextreme Anschläge auf Kirchencafé: Stadt vollzieht Kehrtwende

Oberbürgermeister Burkhard Jung, daneben ein Linksextremist
Oberbürgermeister Burkhard Jung, daneben ein Linksextremist
Leipzigs Oberbürgermeister Jung (SPD), daneben ein Linksextremist (Symbolbild): Religionsfreiheit für Christen noch gewährleistet? Fotos: IMAGO / Jürgen Heinrich / picture alliance / Hans Lucas | Pauline Tournier
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Linksextreme Anschläge auf Kirchencafé: Stadt vollzieht Kehrtwende

In Leipzig greifen Linksextremisten ein christliches Café an. Trotz des religiösen Bezugs weigert sich die Stadt lange, von einem Angriff auf die Religionsfreiheit zu sprechen. Sogar ein Landtagsabgeordneter aus dem linken Spektrum spricht von „einem Skandal“. Jetzt korrigiert die Stadt auf JF-Nachfrage ihren Kurs.
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Noch am Montag hatte sich der Pastor der Leipziger Freikirche „Zeal Church“, René Wagner, einmal mehr enttäuscht gezeigt: Es sei „sehr schmerzhaft“, dass es bis heute keine politische Anerkennung dafür gebe, dass es bei den Angriffen um die Religionsfreiheit gehe, sagte er der Nachrichtenagentur Idea. Wagner bezog sich auf eine Serie von 26 linksextremen Anschlägen, unter anderem mit Buttersäure und Schmierereien, auf das christliche Café Stay, das 2023 von seiner Freikirche gegründet wurde.

Am Sonntag hatte er im Gottesdienst seiner Gemeinde bekanntgegeben, dass das Café wegen der finanziellen Schäden schließen müsse (JF berichtete). Die Stadt Leipzig hatte sich in der Vergangenheit unklar zu den Anschlägen positioniert. Das von dem Linken-Politiker Heiko Rosenthal verantwortete Ordnungsdezernat verurteilte sie zwar; allerdings teilte es zugleich mit, dass die „grundsätzliche Ausübung der Religionsfreiheit“ in Leipzig nicht gefährdet sei und sich auch die konkreten Anschläge „nicht unmittelbar gegen die Religionsausübung“ richteten. Das Dezernat begründete diese Einschätzung unter anderem damit, dass keine Gebetsräume der Gemeinde betroffen seien.

Dies sorgte für einige Kritik. Doch jetzt stellt die Stadt Leipzig auf Nachfrage der JUNGEN FREIHEIT erstmals öffentlich klar, dass von den linken Anschlägen sehr wohl die Religionsfreiheit berührt ist. „Die zahlreichen Angriffe der Vergangenheit sind beschämend und nicht tolerierbar“, sagte ein Sprecher am Donnerstag auf Nachfrage der Redaktion. „Verschärfend kommt hinzu, dass es sich bei diesen Anschlägen um Angriffe auf die im Grundgesetz verbürgte Religionsfreiheit handelt.“

Bürgermeister verteidigte Ordnungsdezernat

Das deckt sich mit der Tatsache, dass die Täter ihre Attacken bereits 2023 in einem Selbstbezichtigungsschreiben, das auf der linksextremen Szeneplattform Indymedia erschien, explizit damit begründeten, dass das Café von „fundamentalistischen“ und „erzkonservativen“ Christen betrieben werde. Zudem stehe es für „Queerfeindlichkeit und Misogynie“. Hintergrund: Die „Zeal Church“ traut keine homosexuellen Paare; allerdings lässt sie – anders als andere Freikirchen – Frauen predigen.

Trotz des religiösen Bezugs in dem Indymedia-Schreiben war allerdings auch Oberbürgermeister Burkhard Jung bei einer Stadtratssitzung im Februar noch ausgewichen, als die CDU die Stadtverwaltung zu dem Thema konfrontierte. Konkret bezeichnete der Sozialdemokrat die Anschläge zwar als „unerträglich“ sowie als „kriminelle Machenschaften“ und führte zudem ein Gespräch mit dem Pastor. Zugleich vermied er es aber jedenfalls öffentlich, von einem Angriff auf die Religionsfreiheit zu sprechen, und verteidigte die Aussagen des Ordnungsdezernats. Seine Begründung: Das Dezernat sei eine Behörde und die äußere „politisch zu diesem Thema keine Meinung“.

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Der CDU-Stadtrat Lucas Schopphoven fragte schon damals kritisch, warum das Dezernat denn dann einen Religionsbezug „so vehement“ ausschließe, wenn es zugleich behaupte, „dass man hier überhaupt nicht bewerten müsste“. Ausgesprochen deutlich äußerte sich das BSW, das die Haltung des Ordnungsdezernats durch eine Anfrage aufgedeckt hatte. Eric Recke, BSW-Fraktionsvorsitzender im Stadtrat und zugleich Landtagsabgeordneter, sprach am Mittwoch gegenüber der JF mit Blick auf die bisherige Positionierung der Stadt von „einem Skandal“.

BSW sieht „autoritäre Geisteshaltung“ am Werk

Laut Recke ergibt sich aus dem Indymedia-Schreiben „ein offener Angriff auf einen Teil der weltweiten Christenheit“. So sei das Eheverständnis, auf das es die Linksextremen im Fall der Freikirche unter anderem abgesehen haben, „ein elementarer Bestandteil“ der Religionsausübung. „Und nur, weil die gleichgeschlechtliche Ehe erlaubt ist, heißt das nicht, dass man Kirchen dazu zwingen kann, sie kirchlich durchzuführen.“ Hinter den Angriffen erkennt Recke daher eine „autoritäre Geisteshaltung“. Es handle sich um eine „erfolgreiche Zermürbungskampagne gegen christliche Gewerbetreibende“, sagte er der JF.

Unterdessen verurteilte der Leipziger CDU-Bundestagsabgeordnete Jens Lehmann die Angriffe „auf das Schärfste“. Gegenüber der JF betonte er, er teile die Einschätzung der Stadt, „dass es in Leipzig keine Anhaltspunkte für eine grundsätzliche Beeinträchtigung der christlichen Religionsausübung“ gebe. „Gerade deswegen sollte aber doch Interesse bestehen, in konkreten Problemfällen die spezifischen Ursachen in den Blick zu nehmen und dagegen vorzugehen.“ Die Entscheidung zur Schließung des Cafés bedauere er; es sei „ein Verlust für die Stadt“.

Das sächsische Innenministerium in Dresden wollte sich auf JF-Anfrage nicht inhaltlich zu den Vorgängen äußern; es bestätigte lediglich, dass mehrere politisch links motivierte Straftaten im Zusammenhang mit dem Café registriert worden seien. Leipzig gilt, insbesondere mit seinem Stadtteil Connewitz, als Hochburg der linksextremen Szene in Sachsen und darüber hinaus. Das Café „Stay“ liegt in einem Wahlkreis, in dem bei den Landtagswahlen 2024 der Linken-Politiker Nam Duy Nguyen das Direktmandat errang.

Leipzigs Oberbürgermeister Jung (SPD), daneben ein Linksextremist (Symbolbild): Religionsfreiheit für Christen noch gewährleistet? Fotos: IMAGO / Jürgen Heinrich / picture alliance / Hans Lucas | Pauline Tournier
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