INNSBRUCK. Ein staatliches Gymnasium in Innsbruck hat Feminismus zum Thema für die mündliche Reifeprüfung gemacht. Am Reithmanngymnasium können Schüler ab dem nächsten Schuljahr in dem Bereich antreten. Das Fach wird an der Schule bereits seit fünf Jahren als Wahlmodul angeboten. Seit diesem Schuljahr gibt es das Angebot als aufbauendes Zweiermodul.
Dadurch erfüllt es die Voraussetzungen, um auch für die mündliche Matura, das österreichische Abitur, gewählt werden zu können.
Nach Angaben der Mitgründerin des Moduls, Anja Duschek, beschäftigen sich die Schüler unter anderem mit dem weiblichen Körper, toxischer Männlichkeit, Beziehungsgewalt und Catcalling. Zu den Aufgaben gehört laut Berichten auch die Erstellung eines feministischen Alphabets.
Feminismus-Abitur stark nachgefragt
Duschek sagte der österreichischen Tageszeitung Kurier, der Unterricht sei zu einem „Safe Space“ in der Schule geworden. Die Schüler würden erkennen, dass auch andere ähnliche negative Erfahrungen gemacht hätten. Es gehe darum zu verstehen, dass solche Erlebnisse nicht nur persönliche Probleme seien, sondern mit dem Patriarchat als System zusammenhingen.
Laut der Lehrerin sind die Feminismus-Module stark nachgefragt und nahezu ausgebucht. Das Innsbrucker Gymnasium ist mit dem Angebot nicht allein. Auch an einem Gymnasium in Wien ist eine mündliche Matura im Themenbereich Feminismus möglich. (rr)







