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Asfa-Wossen Asserate: Afrikaner müßten sich endlich aus der Opferrolle befreien und Weißen auf Augenhöhe begegnen
Asfa-Wossen Asserate: Afrikaner müßten sich endlich aus der Opferrolle befreien und Weißen auf Augenhöhe begegnen Foto: picture alliance / Uwe Zucchi

Diskriminierung
 

Prinz Asserate warnt vor Abnutzung des Rassismusbegriffs

HANNOVER. Der äthiopischstämmige Autor Prinz Asfa-Wossen Asserate hat zu Vernunft bei der Verwendung des Rassismusbegriffs aufgerufen. Wenn der Vorwurf, dunkelhäutige Menschen herabzuwürdigen, inflationär verwendet werde, verliere er an Bedeutung, warnte er in der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung.

Bei manchen Publizisten sei von einer „Weißen Vorherrschaft“ die Rede. Gemäß dieser Theorie gehörten praktisch alle Menschen mit einer hellen Hautfarbe einem rassistischen Unterdrückungssystem an, kritisierte Asserate. „So stößt man nur jene Gutwilligen vor den Kopf, deren Unterstützung wir doch brauchen.“

Asserate: Afrikaner müssen sich aus ewiger Opferrolle befreien

Seiner Ansicht nach müßten sich Afrikaner aus der „ewigen Opferrolle“ befreien und Weißen endlich auf Augenhöhe begegnen. „Dazu müssen wir jungen Afrikanern auch von der großartigen Kultur erzählen, die es vor der Kolonialzeit in Afrika gab, um ihr Selbstbewußtsein zu stärken“, führte er aus.

Im vergangenen Jahr hatte sich bereits der aus dem Sudan stammende Migrationsexperte Yassir Eric dagegen ausgesprochen, den Rassismusbegriff inflationär zu verwenden. Es handle sich um ein starkes Wort, mit dem vorsichtig umgegangen werden müsse. „Wenn ich jemandem auf der Straße begegne, der mich böse anschaut, weil er vielleicht einen schlechten Tag hat, dann sollte ich ihm nicht gleich Rassismus unterstellen, bloß um ihn einzuschüchtern“, sagte er damals dem Evangelischen Pressedienst. (zit)

Asfa-Wossen Asserate: Afrikaner müßten sich endlich aus der Opferrolle befreien und Weißen auf Augenhöhe begegnen Foto: picture alliance / Uwe Zucchi
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