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Die scheidende Bundesfamilienministerin Christine Lambrecht (SPD) spricht sich gegen Schulschließungen wegen der Corona-Pandemie aus Foto: picture alliance/dpa | Bernd von Jutrczenka
Die scheidende Bundesfamilienministerin Christine Lambrecht (SPD) spricht sich gegen Schulschließungen wegen der Corona-Pandemie aus Foto: picture alliance/dpa | Bernd von Jutrczenka

Steigende Inzidenzen
 

Kampf gegen Corona: Lambrecht ist gegen neue Schulschließungen

BERLIN. Die scheidende Bundesfamilienministerin Christine Lambrecht (SPD) hat sich vehement gegen erneute Schulschließungen wegen der Corona-Pandemie ausgesprochen. „Nochmalige flächendeckende Schulschließungen darf es nicht geben. Schulen und Kitas müssen offenbleiben, damit psychische Belastungen, Einsamkeit, Bewegungsmangel und Lernrückstände sich nicht noch weiter vergrößern“, sagte sie am Montag der Nachrichtenagentur dpa.

Die Sozialdemokratin betonte, es gehe nun um den konsequenten Schutz der über 12jährigen durch Impfungen und häufiges Testen. Wegen fehlender Vorsicht und zu niedriger Impfquoten bei den Erwachsenen dürften Kinder nicht wieder die Leidtragenden sein.

Unterdessen berieten die Parteien einer möglichen Ampelkoalition aus SPD, FDP und Grünen Änderungen für ihr geplantes Infektionsschutzgesetz. Die Möglichkeit, Kontaktbeschränkungen im privaten und öffentlichen Raum anordnen zu können, soll demnach in den Maßnahmenkatalog ergänzend aufgenommen werden. Der stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende im Bundestag, Dirk Wiese, sagte im ZDF-„Morgenmagazin“: „Hierzu zählt 3G am Arbeitsplatz, hierzu zählt eine Homeoffice-Pflicht, hierzu zählt die Einführung von Kontaktbeschränkungen gerade auch für Ungeimpfte.“ Zuvor hatte Grünen-Chef Robert Habeck in der ARD bereits von einem „Lockdown für Ungeimpfte“ gesprochen.

Spahn habe Panikmodus in Bevölkerung ausgelöst

Verwirrung herrschte am Montag zeitweise über eine mögliche Impfpflicht in Pflegeberufen und der Kinderbetreuung. Zunächst hatte die Grünen-Fraktionsvorsitzende Katrin Göring-Eckardt geäußert, darauf hätten sich die drei Parteien geeinigt. Später ruderte die Grünen-Fraktion zurück und erklärte, darüber werde noch diskutiert.

Die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Hessen kritisierte derweil, Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) habe mit seiner Forderung nach sogenannten „Booster“-Impfungen für alle für Panik gesorgt. „Leider hat Herr Spahn nun mit seiner unglücklichen Forderung erneut den Panikmodus in der Bevölkerung ausgelöst, und die Praxen müssen dies nun ausbaden“, sagte ein KV-Sprecher auf dpa-Anfrage.

Demnach machten es panische Menschen den Praxen derzeit schwerer, „als es ohnehin schon ist“. So müßten Ärzte bisweilen ihre Sprechstunde unterbrechen, um für Ruhe zu sorgen. Dabei gebe es keinen Grund, „jetzt schon alle zu ‘boostern’, der Impfschutz läßt ja nicht von einem auf den anderen Tag nach“.

Corona-Inzidenz steigt auf über 300

Wegen der weiterhin steigenden Corona-Fälle setzten am Montag weitere Bundesländer auf verschärfte Maßnahmen. So gilt seit Wochenbeginn in Brandenburg und Berlin die 2G-Regel, in Sachsen bereits seit vergangener Woche.

Das Robert-Koch-Institut meldete am Montag 23.607 Neuinfektionen mit dem Corona-Virus. Die Sieben-Tage-Inzidenz stieg auf einen neuen Höchststand von 303, nachdem er am Vortag noch am bei 289 lag. (ag)

Die scheidende Bundesfamilienministerin Christine Lambrecht (SPD) spricht sich gegen Schulschließungen wegen der Corona-Pandemie aus Foto: picture alliance/dpa | Bernd von Jutrczenka
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