Fahrgeschäft „Dschungelkreuzfahrt“ im Themenpark Disneyland in Florida: Das Unternehmen hält die frühere Darstellung von jagenden Afrikanern für unangemessen
Fahrgeschäft „Dschungelkreuzfahrt“ im Themenpark Disneyland in Florida: Das Unternehmen hält die frühere Darstellung von jagenden Afrikanern für unangemessen Foto: picture alliance / Klaus Nowottnick

USA
 

Rassismus-Vorwürfe: Disneyland ändert „Dschungelkreuzfahrt“

ANAHEIM/KALIFORNIEN. Der Themenpark Disneyland in der kalifornischen Stadt Anaheim hat sein Fahrgeschäft „Dschungelkreuzfahrt“ nach Rassismus-Vorwürfen umgestaltet. „Wir verfolgen sehr aufmerksam, was in der Welt passiert und welche Auswirkung das auf Menschen hat“, sagte die in dem Unternehmen für Inklusion zuständige Carmen Smith der US-amerikanischen Zeitung Los Angeles Times.

So hätte beispielsweise der Tod des Afroamerikaners George Floyd im Mai vergangenen Jahres weltweit emotionale Reaktionen ausgelöst. Ihr Unternehmen müsse Teil einer „Heilungsreise“ in Amerika sein. Sie wolle sicherstellen, daß jeder, der den Themenpark besuche, dort „gesehen und gehört“ werde, führte Smith aus.

Wenn ein Fahrgeschäft stereotype Darstellungen von Menschen fördere, müßten wie in diesem Fall Änderungen vorgenommen werden. Bislang waren bei der „Dschungelkreuzfahrt“ auch Figuren zu sehen, die Afrikaner mit einem Speer bei der Jagd darstellten. Dies sei eine „unangemessene Darstellung von Ureinwohnern“, heißt es von seiten des Unternehmens. Bei der überarbeiteten Fahrt soll der Fokus nun noch stärker auf den Tier-Figuren liegen, außerdem soll die Attraktion komödiantischer gestaltet sein. Auch der Disney-Themenpark in Orlando soll entsprechend angepaßt werden.

Disney entfernte nach Rassismus-Vorwürfen auch Filmklassiker

Die Veränderung erfolgt wohl auch vor dem Hintergrund des neuen Abenteuerfilms „Jungle Cruise“ mit Dwayne Johnson und Emily Blunt, der am 30. Juli in den USA in die Kinos kommt. Dieser könnte die Aufmerksamkeit auf Disneys „Dschungelkreuzfahrt“ lenken, weil die Attraktion ein zentraler Schauplatz in dem Film ist.

Bereits in der Vergangenheit hatte sich das Unternehmen Disney mit vermeintlich rassistischen Stereotypen in seinen Filmen beschäftigt und sich mit der Initiative „Stories Matter“ zu mehr Diversität und in seinen Filmen verpflichtet. Mehrere Klassiker wie Susi und Strolch waren zudem mit Warnhinweisen versehen und aus der Kinder-Mediathek seines Streamingportals entfernt worden. Zuletzt hatte es Diskussion darüber gegeben, ob der Prinz in der Schneewittchen-Geschichte die schlafende junge Frau wachküssen darf, oder ob das schon eine Form der sexuellen Belästigung ist. (zit)

Fahrgeschäft „Dschungelkreuzfahrt“ im Themenpark Disneyland in Florida: Das Unternehmen hält die frühere Darstellung von jagenden Afrikanern für unangemessen Foto: picture alliance / Klaus Nowottnick
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