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Proto (l.): Von Spotify gelöscht Foto: Screenshot YouTube/ PRIMUS & PROTO OFFIZIELL

Verstoß gegen Inhaltsrichtlinien
 

Spotify löscht rechten Rapper Proto

BERLIN. Der Musikstreamingdienst Spotify hat die Löschung des Rappers Proto verteidigt. Ein Sprecher des in Schweden gegründeten Unternehmens sagte am Mittwoch auf Nachfrage der JUNGEN FREIHEIT, der Künstler habe gegen die „Content Policy“ (Inhaltsrichtlinien) verstoßen. Welche Aussagen oder welche Lieder genau Spotify beanstandet, wollte er jedoch nicht erläutern. Dazu nenne man grundsätzlich „keine Details“.

Der nordrhein-westfälische Rapper (bürgerlich: Kai Alexander Naggert), der früher unter dem Namen Prototyp NDS auftrat, hatte in der Nacht zu Montag sein neues Album „Feuer“ veröffentlicht. Seine Plattenfirma Arcadi stellte das Album auch auf Spotify, wo es jedoch nach wenigen Stunden bereits gelöscht wurde.

Auch Hinweise aus sozialen Netzwerken führten zur Löschung

Der Streamingdienst sei zum einen durch Hinweise in sozialen Netzwerken auf das Erscheinen des Albums aufmerksam geworden, erklärte der Spotify-Sprecher. Zum anderen sei bereits in der Vergangenheit von Arcadi herausgegebene Musik gelöscht worden. Als das Label nun erneut ein Album hochlud, sei dies auch intern gemeldet worden.

Anschließend habe sich sowohl das „Trust and Safety“-Team mit dem Fall beschäftigt, als auch das „Musik-Team“. Dieses höre sich die Musik genauer an und prüfe sie auf Verstöße gegen die Richtlinien.

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Arcadi wirft Spotify politische Zensur vor

Arcadi teilte auf JF-Nachfrage mit, Spotify habe das Label über die Löschung nicht informiert. Auch prüfe es keine rechtlichen Schritte, „denn man ist der Willkür dutzender Plattformen ausgesetzt, die man alle einzeln juristisch angehen müßte“. Arcadi warf dem Unternehmen vor, aus politischen Gründen zu handeln und Zensur zu betreiben. „Wir kämpfen für die Meinungsfreiheit und fordern die Anhänger und Freunde von Proto dazu auf, bei uns seine Produkte zu kaufen.“

Proto sagte der JF: „Nach allem was bislang passiert ist, wundert es mich nicht. Spotify bleibt eine politisch einseitig geprägte Plattformen. Dort wird nicht einmal der Inhalt bewertet, bevor es zu Löschungen kommt.“ Er hoffe auf eine bessere Zeit, „in der Künstler wieder frei von politischer Agenda Musik machen dürfen“.

Protos Musik zählt zum Genre des „Battlerap“. In seinen Liedern thematisiert der Künstler auch Heimatliebe und das Festhalten an konservativen Werten. Auf anderen Plattformen ist das Album bislang weiterhin verfügbar.

Arcadi hatte ebenso den ehemaligen Rapper Chris Ares unter Vertrag. Auch dessen Musik war in diesem Jahr von mehreren Musikplattformen, darunter Spotify, entfernt worden. Vor einigen Wochen hatte er dann bekannt gegeben, sich als Musiker zurückzuziehen. Konkrete Gründe dafür nannte er nicht. (ls)

Proto (l.): Von Spotify gelöscht Foto: Screenshot YouTube/ PRIMUS & PROTO OFFIZIELL
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