Chris Ares (Christoph Aljoscha Zloch, l.) und Prototyp (Kai Alexander Naggert) Foto: Chris Ares
Interview mit Chris Ares

„2020 wird das Jahr des Heimat-Rap“

„Deutscher Rap besteht aus Nutten, die von Geld und Drogen reden. Wir sind NDS und diese Welle wird jetzt losgetreten.“ Die Rapper Chris Ares und Prototyp gehen in ihrer Single Neuer Deutscher Standard, wie sich das Duo auch nennt, auf Konfrontationskurs mit dem etablierten Deutschrap. Daß Musiker der Szene sich gegenseitig zu übertrumpfen versuchen, ist nichts Neues. Was aber neu ist? Die beiden sehen sich als deutsche Patrioten, lehnen verherrlichende Texte über Drogen, Zuhälterei und sonstige Kriminalität ab und stehen für eine positive Beziehung zu Heimat und Nation.

Im Interview mit der JUNGEN FREIHEIT spricht Chris Ares über seine Motivation, seine Vorhaben, sein Verhältnis zum Staat und zur Musikszene. Ares, mit bürgerlichem Namen Christoph Aljoscha Zloch (28), ist gebürtiger Freiburger und bezeichnet seine Musik als „Heimat-Rap“. Bei iTunes, Amazon und den MTV-Downloadcharts erreichte er bereits gute Platzierungen. Er steht bei „Arcadi Musik“ unter Vertrag. Der bayerische Verfassungsschutz erwähnt ihn im Kapitel rechtsextreme Musik wegen inhaltlicher Nähe zur Identitären Bewegung (IB).

 Herr Ares, was ist „Heimat-Rap“?

Ares: Heimat-Rap ist eine Musikform, die gerade steil nach oben geht. Zum Heimat-Rap zähle ich aktuell noch Protoyp und Bloody32 hinzu. Wir sind auf dem Weg, daraus ein großes Milieu zu machen. Jeder, der unsere Alben kauft und unsere Musik bei Spotify und Co. anhört, sorgt dafür, daß wir den degenerierten Hauptstrom verdrängen.

Definieren Sie sich also hauptsächlich durch Abgrenzung?

Ares: Nein. Ich arbeite mit einer positiven Weltanschauung: Liebe zu sich selbst, Liebe zum Volk und Liebe zum Land.

Was meinen Sie mit dem „degenerierten Hauptstrom“?

Ares: Im Deutschrap gibt es ein Milieu, das sich in Kokain, Prostitution, Prinzipienlosigkeit, leeren Gewalt-Phrasen und oberflächlicher Geldgier ertränkt. Ich kann jeden nur dazu auffordern, sich die Lebensläufe der Musiker von 187, Bangermusik (Anm. der Redaktion: 187 Strassenbande und Bangermusik sind erfolgreiche deutsche Labels) und den anderen Plattenfirmen anzuschauen. Welchen Typ Mensch produziert dieses Milieu? Wer will, daß seine Kinder so werden? Warum akzeptieren wir diesen Dreck dann? Deshalb bin ich sehr froh, daß wir eine Alternative anbieten können.

Die wie aussieht?

Ares: Beispielsweise will ich selbst eine Orientierungsfigur für viele junge Männer sein. Eine positive Beziehung zu seiner eigenen Männlichkeit ist der erste Schritt zu einem positiven Bezug zur eigenen Nation. Früher wurden Männer von ihrem Vater erzogen, dann in der Armee, dann in der Burschenschaft – sie hatten Vorbilder. Heute fehlt die Orientierung. Ich versuche, genau das zu sein.

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 Meinen Sie, Sie konnten in diesem Sinne mit Ihrer Musik schon jemandem helfen?

Ares: Mir schreiben jeden Tag Jugendliche, die teilweise in kriminelle Milieus abgerutscht sind wegen falscher Vorbilder. Ich helfe ihnen, indem ich diese Vorbilder in Frage stelle und ihnen positive Werte vermittle. Es muß klar sein: Wer morgens aufsteht und sich erstmal eine Dosis Tilidin oder andere Drogen gibt, der kann sich und seinen Körper nicht lieben, der kann die Menschen um sich nicht lieben, denen er das antut und der kann sein Volk und seine Nation nicht lieben.

Sie sprechen von positiven Werten. Welche sind das?

Ares: Disziplin, Selbstbewußtsein, Hingabe und Kreativität. Beim Selbstbewußtsein gehört wie von selbst dazu: Liebe zu sich und seinem Sein, Liebe zu seiner Familie, Liebe zu seiner Nation.

Wie sieht das Negativ dieser Werte aus?

Ares: Im Deutschrap? Wie gesagt, diese Leute tun so, als wäre der Konsum von schwer gesundheitsschädigenden Drogen und die Herabwürdigung von Frauen als reines Sexobjekt ohne Willen eine ganz normale Sache. Durch die ewige Wiederholung dieser Lügen werden ganze Generationen geschädigt.

Und außerhalb der Musikszene?

Ares: Wenn ich mir die Werte anschaue, die durch die Politik in der Regierung und durch die EU verbreitet werden, dann sind das: Unterwürfigkeit, Mimosenhaftigkeit, Selbstaufgabe, Selbsthaß und Fernstenliebe.

Deutliche Kritik an der Regierung. Hat Sie deshalb der bayerische Verfassungsschutz auf dem Schirm?

Ares: Dem Verfassungsschutz und der Politik ist egal, daß ich mich zur Demokratie und zur Verfassung bekenne – die fragen nicht einmal danach. Die Überwachung durch den Verfassungsschutz bestätigt mich vielmehr in meiner Einstellung. Ich stehe für das Gegenteil der vorhin genannten negativen Werte. Meine Musik ist gut, ich liebe mein Land. Ich empfehle auch anderen Betroffenen, das als Auszeichnung zu sehen.

Kritik an den Herrschenden gehörte klassischerweise zum Künstlerdasein dazu.

Ares: Ganz genau. Heutzutage sind die Böhmermanns und Grönemeyers unseres Landes keine kritischen Künstler, sondern Hofnarren eines Königs namens „Politische Korrektheit“. Wer nicht links ist und sonst auch nicht die Fresse hält, der wird wie ich bei MTV mit einer Regenbogenfahne dekoriert, der wird ins Fadenkreuz der linken Hetzer genommen wie Andreas Gabalier, der kriegt keine Hallen wie es bei Kollegah ja auch passiert ist oder wird so lange politisch und künstlerisch unter Druck gesetzt, bis er sich endlich dem König beugt und sich links äußert wie Helene Fischer. Ein Schritt abseits vom Weg und man ist erledigt. Ganz im Sinne Ernst Jüngers komme ich lieber von diesem Weg der Unterwerfung runter und schlage mit dem Buschmesser im Urwald eine eigene Bresche für Deutschland und hoffe, daß mir viele folgen.

Wie gehen Sie mit dem Druck seitens der Medien und des Staats um?

Ares: Wer sich positiv zu Werten wie Heimat, Familie, Tradition bekennt, der muß eine enorme Geduld, eine enorm dicke Haut und sehr viel Kampfgeist mitbringen. Das sehe ich als Herausforderung für mich selbst. Außerdem bekomme ich ja viel Zuspruch von Hörern. Da ist eine schweigende Mehrheit in diesem Land. Die Menschen denken: Ich will endlich wieder frei sprechen können, ich will endlich positive Musik hören, ich will, daß endlich Normalität herrscht. Irgendwann muß jemand kommen, der auch deren Gefühle laut ausspricht. Ich kriege Zuschriften von Leuten, die sich genau das wünschen und es in mir sehen.

Auch aus der Rapszene? 

Ares: Es gibt viele Künstler, die mir hinter vorgehaltener Hand schreiben und sagen: „Mach weiter so.“

Prototyp (Kai Alexander Naggert, l.) und Chris Ares (Christoph Aljoscha Zloch) Foto: Chris Ares

Sie sind mit HipHop aufgewachsen, daher ist Rap Ihre natürliche Ausdrucksform. Aber ist patriotischer Rap nicht einfach eine Kopie von bestehendem, migrantischem Rap?

Ares: Wir imitieren keinen Migranten-Rap, kopieren also auch keine Inhalte.

Musikmedien werfen Ihnen vor, Rap rein taktisch zu nutzen, um rechtsradikales Gedankengut populär zu machen.

Ares: Der Vorwurf der taktischen Nutzung ist ein wenig flach. Die ganzen Meros, Feros, Enos (Anm. der Redaktion: bekannte deutsche Rapper) und Co. nutzen die Musik taktisch als Weg zu Ruhm und Geld – sie arbeiten ganz ohne Nachricht, eng am Zeitgeist und am Massengeschmack. Kaum jemand macht ihnen diesen Vorwurf. Vor allem nicht die linksgeprägten Musikportale. Musik ist für mich Kunst und eine Nachricht an die Menschen da draußen – ich mache diese Musik, weil mir beides Spaß macht.

Und was ist mit Rechtsradikalität?

Ares: Blödsinn. Ich kann nur jedem empfehlen, sich meine Musik anzuhören und sich eine eigene Meinung zu bilden.

Wie reagieren Ausländer in Deutschland auf Ihre Musik?

Ares: Fast täglich bekomme ich Nachrichten von Ausländern, die sich freuen, daß ein Deutscher selbstbewußt auftritt und gegen die von oben verordnete Mimosenhaftigkeit auftritt. Gerade die können mit einem Deutschland, wie ich es vertrete, deutlich mehr anfangen. Viele können sich mit mir sehr gut identifizieren und verstehen meine Nachricht und meine Musik besser als Deutsche, denen in der dritten Generation Haß auf sich und ihre Heimat beigebracht wurde.

Sie wollen mit Ihrer Musik vor allem Jugendliche erreichen. Wen, denken Sie, kann man mit Ernst Jünger, der Armee oder Burschenschaften begeistern?

Ares: Ich habe nicht gedient und bin in keiner Burschenschaft. Die rechte Szene muß offener für Jugendtrends sein, auch wenn es Rechtsintellektuelle abschreckt.

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Unterstützen Sie die Identitäre Bewegung?

Ares: Auch wenn ich selbst überparteilich bin und keiner Bewegung angehöre, so befürworte ich jede Form des gewaltfreien und friedlichen Protests.

Am Freitag veröffentlichen Sie eine Single von Ihrem ersten  Album, das bald darauf erscheinen soll. Was erwartet „Heimat-Rap“-Fans?

Ares: 2020 ist unser Jahr. Ab 31. Januar kann und sollte jeder mein Album vorbestellen, mein erstes eigenes Album. Ich kann meine Freude darüber gar nicht beschreiben. Meine Mannschaft von Arcadi Musik und ich haben viele viele Stunden in die Vorbereitung investiert. Aber endlich kommt es.

Mein Freund Prototyp, mit dem ich die Gruppe Neuer Deutscher Standard bilde, wird auch in diesem Jahr mindestens eine EP bringen. Gemeinsam planen wir auch noch ein Album. Ich bin überzeugt, daß es das Jahr des Heimat-Raps wird.

Chris Ares (Christoph Aljoscha Zloch, l.) und Prototyp (Kai Alexander Naggert) Foto: Chris Ares

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