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Schauspiellegende verstorben: Chuck Norris schreibt seinen eigenen Nachruf

Schauspiellegende verstorben: Chuck Norris schreibt seinen eigenen Nachruf

Schauspiellegende verstorben: Chuck Norris schreibt seinen eigenen Nachruf

Als Walker, Texas Ranger wurde Chuck Norris einem breiten Publikum berühmt. Der US-Star wurde 86 Jahre alt. Foto: IMAGO / Allstar
Als Walker, Texas Ranger wurde Chuck Norris einem breiten Publikum berühmt. Der US-Star wurde 86 Jahre alt. Foto: IMAGO / Allstar
Als Walker, Texas Ranger wurde Chuck Norris einem breiten Publikum berühmt. Der US-Star wurde 86 Jahre alt. Foto: IMAGO / Allstar
Schauspiellegende verstorben
 

Chuck Norris schreibt seinen eigenen Nachruf

Er stirbt nicht, er hört nur auf, zu leben. Die Welt verliert mit Chuck Norris mehr als einen Schauspieler. Sie verliert einen Mann, der wie kaum ein anderer zu einem positiven Meme wurde. Eine Huldigung.
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Er isst keinen Honig, er kaut Bienen. Er schläft nicht, er wartet. Er hat zweimal bis unendlich gezählt. Und: er versteht Frauen. Am Freitagabend stirbt der US-amerikanische Schauspieler Chuck Norris im Alter von 86 Jahren. Seine Angehörigen melden sich auf Instagram zu Wort und versichern seinen Millionen Fans auf der ganzen Welt, „dass er von seiner Familie umgeben war und in Frieden gegangen ist“.

Und: „Für die Welt war er ein Kampfkünstler, Schauspieler und ein Symbol der Stärke. Für uns war er ein fürsorglicher Ehemann, ein liebender Vater und Großvater, ein unglaublicher Bruder und das Herz unserer Familie.“

Bekannt wurde der in Oklahoma geborene Norris, der schon in den 60er Jahren erste Rollen in Actionfilmen hatte, 1972 mit dem weltweiten Erfolg „Die Todeskralle schlägt wieder zu“ als Pendant von Bruce Lee. Weitere Rollen sollten folgen. Jahrzehntelang rennt, springt und prügelt er sich über die Kinoleinwände des Planeten, sein letzter Auftritt in einem Film passiert 2024.

Chuck Norris hat sich hochgekämpft

Eine steile Karriere eines Mannes, dem nichts geschenkt wurde. 1940 wird er als ältestes von drei Kindern in einfache Verhältnisse im US-amerikanischen Süden geboren. Sein Vater ist Alkoholiker und oft abwesend, die Familie zieht mehrmals um. 1956, als Norris 16 Jahre jung ist, trennen sich die Eltern, die Mutter heiratet noch im August desselben Jahres erneut. Nach seinem High-School-Abschluss zieht es ihn zur Air Force nach Texas, 1960 wird er bei der Militärpolizei in Korea stationiert, mit 22 wird er zum ersten Mal Vater. Als erster westlicher Mann überhaupt, wird er mit dem 8. Dan im Taekwondo ausgezeichnet. Ein Leben voller Disziplin und Opferbereitschaft.

Doch das ist nicht, was ihn unsterblich macht. Auch Menschen, die nie einen Film von ihm gesehen haben, kennen seinen Namen – dank der Schwarmintelligenz des Internets. Um 2005 herum entstehen dort auf diversen Foren die sogenannten „Chuck-Norris-Facts“, auf deutsch „Chuck-Norris-Witze“. Dort werden ihm ironisch überspitzt übermenschliche Fähigkeiten angedichtet – in Anlehnung an seine zumeist martialischen und heldenhaften Filmcharaktere. Er nimmt es mit Humor, in einem Talkshow-Auftritt liest er eine Sammlung der besten Witze vor. Einige davon kommentiert er mit „das stimmt tatsächlich“.

Und ein bisschen stimmt es auch. Nicht jeder kann von sich sagen, zwei Herzinfarkte an einem Tag überlebt zu haben. Chuck Norris tut genau das im Juli 2017. Er zeigte ganzen Generationen junger Männer, dass Selbstbeherrschung und Körperkraft cooler sind als Alkohol- und Drogeneskapaden. Untypisch für einen Hollywood-Star.

Nicht nur auf der Kinoleinwand war er für viele ein Held: Chuck Norris. Foto: IMAGO / Bestimage
Nicht nur auf der Kinoleinwand war er für viele ein Held: Chuck Norris. Foto: IMAGO / Bestimage

Nostalgie kommt auf

Die Welt verliert eines der größten popkulturellen Phänomene unserer Zeit. Seine Filme werden vielleicht eines Tages vergessen sein – die Witze aber nicht. Jeder, der in den 2010er Jahren nicht unter einem Stein gelebt hat, hat sie mitbekommen. Sie waren irgendwann einfach da, niemand hat ein Urheberrecht daran und sie werden immer mehr. Ein bisschen, wie sich Sozialisten ein gutes Wirtschaftssystem vorstellen – nur, dass es bei den Witzen funktioniert.

Als ich vom Tod des Schauspielers hörte, kam in mir ein Gefühl der Nostalgie auf. Man steht rauchend auf dem Schulhof, lästert über den Mathelehrer – und knallt sich die neuesten Chuck-Norris-Witze an den Kopf. Manchmal vulgär, manchmal harmlos, immer mit Bewunderung für einen Mann, der sich alles selbst erarbeitet hat. Mit diesem nostalgischen Gefühl bin ich nicht alleine. Ein Freund formulierte es treffend: Die ganze Welt macht gerade Chuck-Norris-Witze. Eigentlich ein schöner Gedanke.

Als Walker, Texas Ranger wurde Chuck Norris einem breiten Publikum berühmt. Der US-Star wurde 86 Jahre alt. Foto: IMAGO / Allstar
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