Selenskyj: „Ich möchte nicht unhöflich erscheinen, aber ich wäre jetzt ganz gerne allein mit den EU-Mitteln.“
Orbán: „Wer sind Sie denn überhaupt?“
Selenskyj: „Mein Name ist Selenskyj.“
Orbán: „Orbán. Viktor Orbán.“
Selenskyj: „Angenehm.“
Orbán: „Angenehm.“
Selenskyj: „Können Sie mir sagen, warum Sie auf meiner Finanzierung sitzen?“
Orbán: „Ich kam vom EU-Gipfel und hatte mich bei der Abstimmung geirrt. Brüssel ist etwas unübersichtlich.“
Selenskyj: „Aber jetzt wissen Sie, dass Sie hier alles blockieren – und machen trotzdem weiter.“
Orbán: „Von Blockade kann nicht die Rede sein, es ist ja gar kein Geld geflossen.“
Selenskyj: „Als ich den Gipfel betrat, war das Geld beschlossen.“
Orbán: „Aber Sie haben ja die Pipeline beschädigt.“
Selenskyj: „Weil Russland sie angegriffen hat, Herr Orbán.“
Orbán: „In meiner Energiepolitik pflege ich die Versorgung selbst zu regeln.“
Selenskyj: „Na, dann regeln Sie sie doch.“
Orbán: „Meine Energie lasse ich mir sichern, wenn ich es für richtig halte.“
Orbán: „Es sitzt sich recht kühl ohne russisches Öl.“
Selenskyj: „Ich kämpfe auch ohne.“
Orbán: „Ach.“
Selenskyj: „Was heißt ‘Ach’?“
Orbán: „Ach. Sie sagten, Sie kämpfen ohne, und ich meinte ‘ach’.“
Selenskyj: „Ich verteidige ein Land.“
Orbán: „Ich verteidige meine Wähler.“
Selenskyj: „Die Ukraine braucht das Geld.“
Orbán: „Ungarn braucht das Öl.“
Selenskyj: „Es wäre denkbar, dass es gewisse Argumente gäbe, die dafür sprechen, die Hilfe jetzt freizugeben.“
Orbán: „Wie wollen Sie das beurteilen?“
Selenskyj: „Ich führe einen Krieg.“
Orbán: „Ich führe eine Wahl.“
Selenskyj: „Nach meiner Erfahrung ist Unterstützung zweckmäßiger als Blockade.“
Orbán: „Das ist Ihre ganz persönliche Meinung. Man darf ja wohl noch anderer Ansicht sein.“
Selenskyj: „Die EU hat entschieden.“
Orbán: „Einstimmig – also auch mit mir.“
Selenskyj: „Dann stimmen Sie zu.“
Orbán: „Wenn Sie mich höflich darum bitten.“
Selenskyj: „Bitte.“
Orbán: „Höflich.“
Selenskyj: „Höflich.“
Orbán: „Na also.“
Orbán: „Was machen Sie da?“
Selenskyj: „Ich suche andere Geldquellen.“
Orbán: „Das ist sehr aufmerksam, aber ich hätte doch gerne noch eine Kleinigkeit Pipeline.“
Selenskyj: „Wenn ich jetzt einen Schuss von Sanktionen dazunehmen könnte.“
Orbán besteht auf Reparatur der Pipeline
Orbán: „Das war eine Idee zu viel.“
Selenskyj: „Ein paar Milliarden – und man könnte sich einigen.“
Orbán: „Geht es so?“
Selenskyj: „Oh ja. Vielen Dank.“
Orbán: „Die Pipeline bleibt.“
Selenskyj: „Herr Orbán!“
Orbán: „Die Pipeline bleibt!“
Selenskyj: „Ich kämpfe immer mit dieser Pipeline.“
Orbán: „Nicht mit mir.“
Selenskyj: „Wenn Sie die Pipeline behalten, bekomme ich das Geld.“
Orbán: „Wenn Sie die Pipeline reparieren, lasse ich das Veto fallen.“
Selenskyj: „Das sind wohl die Methoden Ihrer Politik.“
Orbán: „Herr Selenskyj!“
Selenskyj: „Herr Orbán!“
Orbán: „Also, was ist jetzt?“
Selenskyj: „Ich brauche das Geld.“
Orbán: „Ich brauche das Öl.“
Selenskyj: „Dann tauchen wir jetzt beide unter.“
Orbán: „Wie Sie wünschen.“
Selenskyj: „Dann werden wir sehen, wer länger durchhält.“
Orbán: „Das werden wir sehen.“






