BERLIN. Eine Woche vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt hat Altbundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) zu mehr Einsatz aufgerufen. „Wir müssen jetzt mal wieder richtig für diese Demokratie kämpfen“, sagte sie am Samstagabend im Haus der Berliner Festspiele. Nach vielen Jahrzehnten sei es nötig, erneut Mut zu zeigen und öffentlich für diese Staatsform einzutreten.
Die Äußerungen fielen bei einem Gespräch mit den Publizisten Saba-Nur Cheema und Meron Mendel anlässlich des 75-jährigen Bestehens der Berliner Festspiele.
Merkel betonte dabei, dass die Mehrheit der Deutschen nicht die AfD wähle. Zugleich räumte sie ein, dass deren Erstarken längst nicht mehr auf die neuen Bundesländer beschränkt sei. „Sie ist ein gesamtdeutsches Phänomen geworden“, sagte die frühere CDU-Vorsitzende. Als Beispiele nannte sie die Zugewinne der Partei bei den Landtagswahlen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz. Die politische Auseinandersetzung mit der AfD dürfe allerdings nicht dazu führen, dass deren Gegner kaum noch mit eigenen Inhalten wahrgenommen würden.
Der AfD sei es teilweise gelungen, „alle unsere Gespräche von morgens bis abends zu bestimmen“, beklagte Merkel. Dadurch wisse man kaum noch, wofür die übrigen Parteien eigentlich stünden. Ausgerechnet eine Woche vor der Wahl in Sachsen-Anhalt wurde die AfD damit auch zum beherrschenden Thema des Auftritts der Altkanzlerin.
In der jüngsten ARD-Vorwahlumfrage erreicht die AfD 42 Prozent und damit einen neuen Höchstwert. Die CDU von Ministerpräsident Sven Schulze kommt lediglich auf 22 Prozent. Je nachdem, wie viele kleinere Parteien an der Fünfprozenthürde scheitern, könnte die AfD bei der Wahl am 6. September sogar eine absolute Mehrheit der Mandate erringen. (rr)






