MAGDEBURG. Der Ehemann der Grünen-Spitzenkandidatin Sachsen-Anhalts, Susan Sziborra-Seidlitz, war in den Neunziger Jahren offenbar Kader in der neonazistischen Kameradschaftsszene Quedlinburgs. In einem Antifa-Magazin von 1995 wurde David Seidlitz als „stadtbekannter Neonazi“ aufgeführt und einer Gruppe namens „Deutsche Recken“ zugerechnet. Heute ist Seidlitz als Grünen-Regionalgeschäftsführer für Sachsen-Anhalt Mitte tätig.
Funfact:
David Seidlitz, der Ehemann der Grünen Spitzenkandidaten in Sachsen-Anhalt Susan Sziborra-Seidlitz, war in den 1990ern in der Neonazi Szene unterwegs.1995 wird er im Antifaschistischen Infoblatt ausdrücklich als »stadtbekannter Neonazi« genannt, inklusive Fotos. pic.twitter.com/Aqba7qcScw
— Niklas Korber (@NiklasKorber) August 28, 2026
Sziborra-Seidlitz erklärte, ihr Ehemann sei damals mit einem bekannten Neonazi befreundet gewesen, da es zu dieser Zeit in Quedlinburg eine „sehr polarisierte Jugendkultur“ gegeben habe. Er sei jedoch niemals Kader oder Teil einer Gruppe gewesen. Heute sei er zudem überzeugter „Antifaschist“. Sein Werdegang zeige, dass es „demokratisches Reifungspotenzial“ in den vergangenen 30 Jahren gegeben habe.
Einst Neonazi? Heute jedoch aktiv bei den Grünen UND Ehemann der Grünen Spitzenkandidatin in Sachsen-Anhalt Susan Sziborra-Seidlitz – die dazu auch schon öffentlich Stellung bezog. Wann gab’s zuletzt so einen unterhaltsamen Landtagswahlkampf wie jetzt im kleinen Sachsen-Anhalt? pic.twitter.com/HsNqp5aT73
— alexander moehnle (@AMoehnle) August 28, 2026
Linke Politiker kritisieren AfDler für HDJ-Vergangenheit
2019 hatte Sziborra-Seidlitz den CDU-Politiker Robert Möritz scharf kritisiert, nachdem bekannt geworden war, dass dieser als Jugendlicher in der neonazistischen Szene aktiv gewesen war. Seine Darstellung, es habe sich um eine jugendliche Verfehlung gehandelt, bezeichnete die Grünen-Politikerin damals als unglaubwürdig.
In den vergangenen Jahren hatten Vertreter der SPD und der Linkspartei die AfD Sachsen-Anhalt mehrfach für die Tatsache kritisiert, dass Mitarbeiter und Politiker der Partei früher Mitglied der neonazistischen und 2009 verbotenen Heimattreuen Deutschen Jugend (HDJ) waren. Anlässlich der Wahl des ehemaligen HDJ-Mitglieds Laurens Nothdurft zum Ortsbürgermeister von Dessau-Roßlau im Juli 2024 hatte die Linken-Politikerin Eva von Angern der AfD vorgeworfen, „Rechtsextremisten zu mehr Macht“ zu verhelfen.
AfD-Chef Tino Chrupalla bezeichnete Nothdurfts ehemalige HDJ-Mitgliedschaft als „Jugendsünde“. Der AfD-Spitzenkandidat Sachsen-Anhalts, Ulrich Siegmund, verteidigte die HDJ-Vergangenheit einiger seiner Mitarbeiter mit den Worten: „Das sind hervorragende Leute. Die haben eine blütenreine Weste.“ Was diese vor 20 Jahren einmal getan hätten, interessiere ihn nicht. (lb)





