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Wahlkampf in Sachsen-Anhalt: Ehemann von Grünen-Spitzenkandidatin soll Neonazi gewesen sein

Wahlkampf in Sachsen-Anhalt: Ehemann von Grünen-Spitzenkandidatin soll Neonazi gewesen sein

Wahlkampf in Sachsen-Anhalt: Ehemann von Grünen-Spitzenkandidatin soll Neonazi gewesen sein

Die Grünen-Spitzenkandidatin Sachsen-Anhalts, Susan Sziborra-Seidlitz, hebt den Zeigefinger
Die Grünen-Spitzenkandidatin Sachsen-Anhalts, Susan Sziborra-Seidlitz, hebt den Zeigefinger
Die Grünen-Spitzenkandidatin Sachsen-Anhalts, Susan Sziborra-Seidlitz, muss sich für ihren Ehemann rechtfertigen. Foto: IMAGO / Wolfgang Maria Weber
Wahlkampf in Sachsen-Anhalt
 

Ehemann von Grünen-Spitzenkandidatin soll Neonazi gewesen sein

Im Umfeld der Grünen-Spitzenkandidatin für Sachsen-Anhalt Sziborra-Seidlitz sorgt eine rechtsextreme Vergangenheit für Wirbel: Ihr Ehemann und Grünen-Mitarbeiter David Seidlitz soll in den 1990er Jahren zur Neonazi-Szene in Quedlinburg gehört haben. Kein Grund zur Aufregung, findet die Politikerin.
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MAGDEBURG. Der Ehemann der Grünen-Spitzenkandidatin Sachsen-Anhalts, Susan Sziborra-Seidlitz, war in den Neunziger Jahren offenbar Kader in der neonazistischen Kameradschaftsszene Quedlinburgs. In einem Antifa-Magazin von 1995 wurde David Seidlitz als „stadtbekannter Neonazi“ aufgeführt und einer Gruppe namens „Deutsche Recken“ zugerechnet. Heute ist Seidlitz als Grünen-Regionalgeschäftsführer für Sachsen-Anhalt Mitte tätig.

Sziborra-Seidlitz erklärte, ihr Ehemann sei damals mit einem bekannten Neonazi befreundet gewesen, da es zu dieser Zeit in Quedlinburg eine „sehr polarisierte Jugendkultur“ gegeben habe. Er sei jedoch niemals Kader oder Teil einer Gruppe gewesen. Heute sei er zudem überzeugter „Antifaschist“. Sein Werdegang zeige, dass es „demokratisches Reifungspotenzial“ in den vergangenen 30 Jahren gegeben habe.

Linke Politiker kritisieren AfDler für HDJ-Vergangenheit

2019 hatte Sziborra-Seidlitz den CDU-Politiker Robert Möritz scharf kritisiert, nachdem bekannt geworden war, dass dieser als Jugendlicher in der neonazistischen Szene aktiv gewesen war. Seine Darstellung, es habe sich um eine jugendliche Verfehlung gehandelt, bezeichnete die Grünen-Politikerin damals als unglaubwürdig.

In den vergangenen Jahren hatten Vertreter der SPD und der Linkspartei die AfD Sachsen-Anhalt mehrfach für die Tatsache kritisiert, dass Mitarbeiter und Politiker der Partei früher Mitglied der neonazistischen und 2009 verbotenen Heimattreuen Deutschen Jugend (HDJ) waren. Anlässlich der Wahl des ehemaligen HDJ-Mitglieds Laurens Nothdurft zum Ortsbürgermeister von Dessau-Roßlau im Juli 2024 hatte die Linken-Politikerin Eva von Angern der AfD vorgeworfen, „Rechtsextremisten zu mehr Macht“ zu verhelfen.

AfD-Chef Tino Chrupalla bezeichnete Nothdurfts ehemalige HDJ-Mitgliedschaft als „Jugendsünde“. Der AfD-Spitzenkandidat Sachsen-Anhalts, Ulrich Siegmund, verteidigte die HDJ-Vergangenheit einiger seiner Mitarbeiter mit den Worten: „Das sind hervorragende Leute. Die haben eine blütenreine Weste.“ Was diese vor 20 Jahren einmal getan hätten, interessiere ihn nicht. (lb)

Die Grünen-Spitzenkandidatin Sachsen-Anhalts, Susan Sziborra-Seidlitz, muss sich für ihren Ehemann rechtfertigen. Foto: IMAGO / Wolfgang Maria Weber
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