CEUTA. Nach dem Grenzsturm aus Afrika hat sich die Sicherheitslage für die Frauen in Ceuta dramatisch verschärft. Die Polizei in der spanischen Exklave ermittelt inzwischen in mindestens 15 Fällen mutmaßlicher Vergewaltigung. Die örtlichen Behörden gehen davon aus, dass die tatsächliche Zahl sexueller Übergriffe deutlich höher liegt.
Besonders betroffen sind Kinder und Jugendliche. Schätzungen zufolge halten sich weiterhin zwischen 3.000 und 5.000 minderjährige Migranten in Ceuta auf.
Viele von ihnen schlafen seit mehr als zwei Wochen auf Straßen, in Gewerbegebieten oder in selbst errichteten Unterkünften, weil die Auffanglager überfüllt sind. Nach Angaben der Regionalregierung befinden sich insgesamt noch rund 9.000 Migranten in der Stadt. Ende Juli waren rund 80.000 Menschen über die Grenze aus Marokko gekommen.
Ceuta hat sich innerhalb von einigen Tagen in ein Slum verwandelt. Massen an Migranten hausen am Strand und bauen Stroh-und Papphütten auf. Unser Reporter Hinrich Rohbohm ist weiterhin vor Ort und berichtet. pic.twitter.com/X88UOFhQuI
— JUNGE FREIHEIT (@jungefreiheit) August 14, 2026
Zwölfjährige nach Übergriff in Notaufnahme
Eine Notärztin berichtet dem Focus von mehreren minderjährigen Opfern, die in den vergangenen Tagen behandelt worden seien. So sei etwa ein zwölfjähriges Mädchen in die Notaufnahme gekommen. Es habe angegeben, von anderen Migranten bedrängt und unsittlich berührt worden zu sein. „Besonders Mädchen unter 18 sind momentan besonders gefährdet“, wird die Medizienirin zitiert. Verschärft werde die Situation nach ihrer Einschätzung durch das starke zahlenmäßige Übergewicht männlicher Migranten.
Auch Familien berichten von Angst vor Übergriffen. Eine aus Marokko eingereiste Mutter erklärte, sie mache sich inzwischen besonders um ihre zwölf und 14 Jahre alten Töchter Sorgen. Eine 14jährige Marokkanerin sagte, sie traue sich trotz fehlender Toiletten nicht mehr allein in die Büsche.
Ceutas Regionalministerin für Gesundheit und Soziales, Nabila Benzina, bezeichnete die Situation als den „schlimmsten Moment in der Geschichte Ceutas“. Sie fordert zusätzliche Polizeikräfte, insbesondere zum Schutz junger Frauen.
Behörden sprechen von „Hochrisikosituation“ in Ceuta
Regionalpräsident Juan Jesús Vivas spricht inzwischen von einer „Hochrisikosituation“. Die öffentlichen Dienste seien kaum noch in der Lage, die Versorgung aufrechtzuerhalten. Bei der Betreuung unbegleiteter Minderjähriger liege Ceuta derzeit „5.000 Prozent über unseren Kapazitäten“.
Madrid will die Minderjährigen deshalb auf andere spanische Regionen verteilen. Einen konkreten Zeitplan gibt es bislang nicht. Mehrere Regionen, in denen die rechte Vox-Partei an Regierungen beteiligt ist, lehnen die Aufnahme weiterer Migranten bereits ab.
Vivas drängt stattdessen auf eine Rückführung minderjähriger Marokkaner. Sie sollten mit ihren Familien zusammengeführt werden oder wieder unter die Vormundschaft marokkanischer Sozialdienste kommen. Viele der Jugendlichen lehnen eine Rückkehr jedoch ab und erklären, in Europa bleiben zu wollen. (rr)






