Anzeige
Anzeige

„Ich würde für Ghana kämpfen“: So lässt sich „Marcant“ vom „Widersetzen“-Sprecher vorführen

„Ich würde für Ghana kämpfen“: So lässt sich „Marcant“ vom „Widersetzen“-Sprecher vorführen

„Ich würde für Ghana kämpfen“: So lässt sich „Marcant“ vom „Widersetzen“-Sprecher vorführen

Der Sprecher des linksextremen Bündnisses „Widersetzen“, Suraj Mailitafi (l.), im Gespräch mit dem Influencer „Marcant“. Foto: Screenshot JF / mit KI generiert
Der Sprecher des linksextremen Bündnisses „Widersetzen“, Suraj Mailitafi (l.), im Gespräch mit dem Influencer „Marcant“. Foto: Screenshot JF / mit KI generiert
Der Sprecher des linksextremen Bündnisses „Widersetzen“, Suraj Mailitafi (l.), im Gespräch mit dem Influencer „Marcant“. Foto: Screenshot JF / mit KI generiert
„Ich würde für Ghana kämpfen“
 

So lässt sich „Marcant“ vom „Widersetzen“-Sprecher vorführen

In seinem eigenen Podcast will „Marcant“ Doppelstaatler gegen rechte Kritik verteidigen. Stattdessen belehrt ihn der Sprecher des linksextremen Bündnisses „Widersetzen“, Mailitafi, und rüttelt an seinem Weltbild.
Anzeige

Mit einem Mikrofon und einem Kameramann läuft er regelmäßig auf AfD-Veranstaltungen herum und versucht, normale Bürger bloßzustellen: Marc Keller, besser bekannt unter seinem Internetnamen „Marcant“. Besonders viral gehen seine Kurzvideos, in denen er einen durchschnittlichen Otto Normalverbraucher, der mit der jetzigen Politik unzufrieden ist und deswegen etwa die Partei von Alice Weidel und Tino Chrupalla wählt, in die Enge treibt. Doch nicht inhaltlich, sondern rhetorisch.

Keller ist sich genau bewusst, was es heutzutage für Konsequenzen geben kann, wenn Fakten oder rechte Weltanschauungen öffentlich geäußert werden. Er drängt Menschen ohne Auffangnetz dazu, sich so vorsichtig wie möglich zu äußern, und lauert dabei auf den kleinstmöglichen Fehler. Sobald dieser aufkommt, schnappt die Bärenfalle zu und der Influencer unterbricht das Gespräch für einen minutenlangen Monolog, den er erst im Nachgang an seinem Arbeitsplatz aufnimmt. In diesem versucht er, mit Studien oder Artikeln seine Gesprächspartner – sozusagen heimlich – als dumm darzustellen.

Doch wie haltlos seine Argumente und Ansichten sind, musste er kürzlich am eigenen Leibe erfahren. Und zwar, als er mit einem Migranten aus seiner eigenen Szene sprach: dem Sprecher des linksextremen Bündnisses „Widersetzen“, Suraj Mailitafi, der seit 2021 für die Grünen im Bersenbrücker Stadtrat sitzt. Denn dieser entblößte Kellers Versuch, ein Argument der Rechten zu widerlegen, als eine realitätsferne Projektion auf Migranten.

„Widersetzen“-Sprecher würde nicht für Deutschland kämpfen

Doch worum ging es? In seinem „Marcant Podcast“ möchte Keller mit Mailitafi über Doppelstaatler sprechen. Laut ihm behaupten nämlich viele Rechte, dass Bürger mit zwei Staatsangehörigkeiten keine echten Deutschen seien, weil sie etwa im Kriegsfall nicht für Deutschland, sondern für ihr Heimatland kämpfen würden. Doch die Antwort des Grünen-Kommunalpolitikers spielt nicht dem linken, sondern dem rechten Narrativ zu.

„Die Frage ist, wofür kämpfen wir? Für wessen Macht kämpfen wir? Was bringt mir diese Macht, was bringt mir das konkret? Was bringen mir diese Kriege?“, beginnt der Sprecher des linksextremen Bündnisses seine Antwort. „Und gerade in dem kapitalistischen System, in dem wir leben, ist es nicht so, dass ich für mich kämpfe.“ Deswegen würde er „grundsätzlich“ für kein europäisches Land kämpfen.

Mit einer Spende unabhängigen Journalismus unterstützen.

Damit sagt Mailitafi aber nicht, dass er nie in den Krieg ziehen würde. „Ich würde für Ghana kämpfen.“ Keller bleibt still, während der „Widersetzen“-Sprecher die linke Argumentation ad absurdum führt. „Wenn wir uns das historisch und global anschauen, ist es so, dass Afrika, der globale Süden insgesamt, in einem krassen Machtgefälle zu Europa ist. Wir waren immer die, die ausgebeutet wurden. Und wenn es darum geht, das zu durchbrechen, dann bin ich dabei.“

„Marcant“ fehlt die Antwort

„Verstehe“, murmelt Keller. Er lacht kurz und leise, kratzt sich am Hinterkopf. Es folgt kein Gegenargumentieren, auch kein heimlicher Einspieler. Stattdessen redet Mailitafi weiter und behauptet, westliche Staaten hätten ihre Kolonien wegen Protesten der einheimischen Bevölkerungen aufgegeben. Eine nachweisliche Lüge. Deutschland etwa wurde durch den Versailler Vertrag dazu gezwungen, seine Kolonien abzugeben.

In der Zwischenzeit fiel Keller eine Antwort ein. „Kann ich ein Stück weit nachvollziehen“, lässt „Marcant“ mit einem schweren Schluck aus sich heraus. Doch anstatt auf das bekräftigte Argument einzugehen, referiert er über seine eigene Einstellung zum Krieg. „Ich habe früher auch immer gedacht, ich würde für Deutschland kämpfen. Inzwischen würde ich sagen, ich würde für kein Land der Welt irgendwie kämpfen.“ Grund dafür sei, dass im Krieg nicht die Söhne des Bundeskanzlers Friedrich Merz neben ihm stehen würden, sondern „jede andere Person random, die man auf der Straße sieht“.

Doch es kommt laut Keller vermutlich sowieso nicht dazu, dass Deutschland angegriffen werde. „Eigentlich sind es irgendwelche westlichen Länder mit irgendwelchen Kapitalinteressen in afrikanischen Ländern“, begründet er seine Ansicht. „Man ist im Endeffekt nur eine Schachfigur auf dem großen Kapital-Schachbrett.“ Es folgt ein Übergang zur Kolonialgeschichte und damit wird die Frage nach der Loyalität der Doppelstaatler komplett abgerissen.

Warum widerspricht Marcant plötzlich nicht?

Woran liegt es, dass Marcant ausnahmsweise nicht seinem Gesprächspartner entweder überheblich, gewieft oder hinter seinem Rücken widerspricht – obwohl seine linke Welt durch die Aussage des „Widersetzen“-Sprechers einen Riss erhält?

Daran, dass Mailitafi ein Migrant ist, kann es allein nicht liegen. Zuletzt wollte Keller noch einem Syrer erklären, warum Menschen aus Syrien fliehen und nach Deutschland kommen. Angeblich liege das nämlich nicht an wirtschaftlichen Interessen. Und das wollte der Influencer dem Mann, der selbst aus diesem Land kommt, kompromisslos eintrichtern.

Vermutlich widerspricht Keller nicht, weil Mailitafi schwarz ist – also aus linker Sicht nochmals deutlich unterdrückter als Syrer und vor allem Weiße –, weil er sich für „gute Werte“ einsetzt, indem er die AfD verhindern will, oder weil sich der Influencer durch einen Streit seinen freundschaftlichen Draht zur linksextremen Bewegung nicht verspielen will. Es ist aber auch möglich, dass „Marcant“ einfach nicht auf die Situation vorbereitet war. Er hatte wohl kaum im Leben geahnt, dass ihm ein schwarzer Anti-AfD-Migrant widersprechen und somit seinem politischen Weltbild das Fundament nehmen würde.

Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.

Mehr Informationen

Der Sprecher des linksextremen Bündnisses „Widersetzen“, Suraj Mailitafi (l.), im Gespräch mit dem Influencer „Marcant“. Foto: Screenshot JF / mit KI generiert
Anzeige
Anzeige

Der nächste Beitrag

ähnliche Themen
aktuelles