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Streit um Gewinnmaximierung: Uefa-Aufstand verhindert Fifa-Teilverkauf

Streit um Gewinnmaximierung: Uefa-Aufstand verhindert Fifa-Teilverkauf

Streit um Gewinnmaximierung: Uefa-Aufstand verhindert Fifa-Teilverkauf

August 5, 2026, Beverly Hills, California, USA: Gianni Infantino continues his tenure as FIFA president following an executive meeting. FILE: Gianni Infantino President, Fédération Internationale de Football Association (FIFA) during 2022 Milken Institute Global Conference on Monday May 2, 2022 held at the Beverly Hilton in Beverly Hills, California. YOLANDA RUIZ/PI (Credit Image: © PI via ZUMA Press Wire. Fifa-Chef Gianni Infantino: Bei dem Turnier in Amerika brachten die TV-Gelder 4,3 Milliarden Dollar ein. Foto: picture alliance / ZUMAPRESS.com | Yolanda Ruiz
August 5, 2026, Beverly Hills, California, USA: Gianni Infantino continues his tenure as FIFA president following an executive meeting. FILE: Gianni Infantino President, Fédération Internationale de Football Association (FIFA) during 2022 Milken Institute Global Conference on Monday May 2, 2022 held at the Beverly Hilton in Beverly Hills, California. YOLANDA RUIZ/PI (Credit Image: © PI via ZUMA Press Wire. Fifa-Chef Gianni Infantino: Bei dem Turnier in Amerika brachten die TV-Gelder 4,3 Milliarden Dollar ein. Foto: picture alliance / ZUMAPRESS.com | Yolanda Ruiz
Fifa-Chef Gianni Infantino: Bei dem Turnier in Amerika brachten die TV-Gelder 4,3 Milliarden Dollar ein. Foto: picture alliance / ZUMAPRESS.com | Yolanda Ruiz
Streit um Gewinnmaximierung
 

Uefa-Aufstand verhindert Fifa-Teilverkauf

Die jüngste Fußball-WM war die lukrativste aller Zeiten. Doch Fifa-Präsident Gianni Infantino will noch mehr: Auslagerungen in ein neues Unternehmen sind geplant. Warum das wegen der Uefa scheitert.
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Die von Fifa-Präsident Gianni Infantino geplante, dann aber krachend gescheiterte Privatisierung der Weltmeisterschaft hat den internationalen Fußballverband auch wirtschaftlich in den Fokus gerückt. Rein formal ist die Fifa ein eingetragener Verein in der Schweiz mit 211 Mitgliedern, den nationalen Verbänden. Deshalb zahlt sie auch so gut wie keine Steuern. Dabei sind die Geldflüsse enorm. Allein mit der im Juli zu Ende gegangenen WM in den USA, Mexiko und Kanada setzte der Verband rund 15 Milliarden Dollar um – das sind deutlich mehr als vorher kalkuliert. Vor dem Turnier ging der Verband von 13 Milliarden aus.

Das Sportereignis war das wirtschaftlich erfolgreichste aller Zeiten. Schon immer sind die Weltmeisterschaften die mit Abstand größte Einnahmequelle. Sie machen in dem Vierjahreszyklus, in dem die Fifa von WM zu WM rechnet, 95 Prozent der Umsätze aus. Wie groß der Sprung ist, zeigt der Vergleich mit dem bereits sehr kommerzialisierten WM-Turnier in Katar 2022. Damals hatte die Fifa rund 5,8 Milliarden Dollar eingenommen. Die Gewinnmaximierung hat mehrere Gründe – der wichtigste ist die Vergrößerung des Teilnehmerfeldes von 32 auf jetzt 48 Mannschaften. Damit erhöhte sich die Anzahl der Spiele von 64 auf 104.

Es ist eine einfache Rechenaufgabe: Je mehr Partien es gibt, desto mehr nimmt der Verband mit Fernsehrechten, der Werbung und dem Eintrittskartenverkauf ein. Insofern verwundert es nicht, dass die Fifa für 2030 vorhat, 64 Länder zu dem Turnier einzuladen. Umsatz und Gewinn werden dann einen neuen Rekord erreichen. Infantino plante den ganz großen Coup: Alle kommerziellen Aktivitäten und Medienrechte der Weltmeisterschaften sollten in das neu zu gründende Unternehmen „FIFA Forward Enterprise“ (FFE) ausgegliedert werden. Daran wiederum sollten sich Investoren mit 20 Prozent beteiligen können. Das hätte auf einen Schlag rund 4,2 Milliarden Dollar Einnahmen beschert. Denn intern wurde die FFE mit einem Wert von 21 Milliarden taxiert. Gleichzeitig hätte ein Fünftel aller Gewinne an die investierten Finanzgruppen ausgezahlt werden müssen.

Uefa steht der Fifa in Sachen Gigantismus nicht nach

Und für die ist eines klar: Je häufiger die WM stattfindet, desto größer sind die Gewinne. Es war durchgesickert, dass Infantino, der nach dem Ende seiner letzten Amtszeit 2031 direkt an die FFE-Spitze rücken wollte, das Turnier nicht nur um mehr Teilnehmer erweitern, sondern auch den seit 96 Jahren bestehenden Vierjahresrhythmus beenden wollte: Jedes oder jedes zweite Jahr hätte dann eine WM stattgefunden. Das ist der Hauptgrund, warum der europäische Verband Uefa und die nord- und mittelamerikanische Concacaf Sturm gegen die Pläne liefen. Dabei ging es nicht um Fußballromantik, die damit verbundene weitere Explosion der Eintrittspreise oder die körperliche Überforderung der Spieler. Es stand einzig das Geld im Vordergrund, das die Verbände zu ihrer Drohung veranlasste, die Weltmeisterschaften künftig zu boykottieren, sollte die Privatisierung kommen.

Denn die Uefa veranstaltet jedes Jahr die Champions League, die sie selbst inzwischen auf zuletzt 36 Vereine und 189 Spiele aufgestockt hat. Hinzu kommt die Europameisterschaft, die alle vier Jahre stattfindet. Der Verband hat die Teilnehmerzahl auf 24 Teams erhöht. Ab 2032 sollen es sogar 32 Mannschaften sein. Dann würden knapp 60 Prozent aller 55 Uefa-Mitgliedsländer bei der EM auflaufen. In Sachen Gigantismus steht die Uefa der Fifa also nicht nach. Problem: Das Geld, das Firmen und Fernsehsender in den Fußball investieren können, ist begrenzt. Die berechtigte Sorge lautete, dass die Fifa der Uefa mit einer jährlich stattfindenden WM finanziell das Wasser abgraben würde.

Bei dem Turnier in Amerika brachten die TV-Gelder 4,3 Milliarden Dollar ein. Sie sind der größte Geldbringer der Fifa. Aber durch die astronomischen Eintrittspreise und deren dynamische Gestaltung (je höher die Nachfrage, umso teurer), die VIP-Pakete, den „Zweitmarkt“, bei dem die Fifa von Käufer und Verkäufer der personalisierten Karten jeweils 15 Prozent verlangt, und die Zunahme der Spiele wird der Ticketverkauf immer wichtiger. 2026 hat sich dieser Posten auf drei Milliarden Dollar mehr als verdreifacht.

2,8 Milliarden Dollar durch Marketing- und Sponsoringrechte?

Fast genauso hoch sind die Einnahmen aus den Marketing- und Sponsoringrechten. Die Fifa hatte vor der WM mit 1,8 Milliarden Dollar kalkuliert. Tatsächlich sind es nach Schätzungen von Wirtschaftsanalysten insgesamt 2,8 Milliarden geworden. Die Fifa boomt wie kaum ein anderer Konzern, auch wenn sie ein eingetragener Verein bleibt. Hinzu kommen noch erhebliche Gewinne aus dem Verkauf der Fifa-Lizenzen zum Beispiel für Videospiele oder Fanartikel.


Davon profitieren vor allem die Mitglieder. An die nationalen Verbände fließt ein Großteil der Gelder zurück. Das macht auch die bisher für viele unerklärliche Machtbasis des Präsidenten Infantino aus. Gerade Länder aus Afrika und Asien brauchen den Geldregen. Und sie haben – genauso wie die Fußball-Riesen Deutschland, England, Argentinien, Spanien – jeweils eine Stimme, wenn es um die Wahl des Präsidenten geht. Heißt: Die Gegnerschaft der Uefa oder der Concacaf braucht Infantino kaum zu scheren. Trotz all der Negativ-Schlagzeilen in Deutschland und England käme es einer Sensation gleich, sollte der 56jährige Schweizer im nächsten Jahr nicht für die dann vierte Amtszeit bis 2031 bestätigt werden.

Als Reserve für schlechtere Zeiten behält die Fifa einen dreistelligen Millionenbetrag für sich zurück. Nachdem die Mitgliedsländer bedient sind, fließen rund 70 bis 80 Prozent der Einnahmen in sogenannte Entwicklungsprojekte, in die Organisation des Turniers, die dieses Jahr mit 7,6 Milliarden Dollar zu Buche schlug, sowie in die Antrittsgelder und Prämien für die Teilnehmer. Allein für den Weltmeister-Titel erhielt der spanische Verband von der Fifa in diesem Jahr die Rekordsumme von 50 Millionen Dollar. Mit den Einnahmen aus der WM finanziert die Fifa auch ihr Forward-Programm. Damit unterstützt sie die Nachwuchsförderung und den Bau von Sportplätzen in den Mitgliedsländern.

Aus der JF-Ausgabe 34/26.

Fifa-Chef Gianni Infantino: Bei dem Turnier in Amerika brachten die TV-Gelder 4,3 Milliarden Dollar ein. Foto: picture alliance / ZUMAPRESS.com | Yolanda Ruiz
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