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Kohleausstieg: Netzbetreiber warnen vor dramatischem Strommangel

Kohleausstieg: Netzbetreiber warnen vor dramatischem Strommangel

Kohleausstieg: Netzbetreiber warnen vor dramatischem Strommangel

Arbeiter bauen die Hochspannungsleitungsmasten der Stromversorger auf: Energiewende und Stromnetz passen noch nicht recht zusammen.
Arbeiter bauen die Hochspannungsleitungsmasten der Stromversorger auf: Energiewende und Stromnetz passen noch nicht recht zusammen.
Arbeiter bauen die Hochspannungsleitungsmasten auf: Energiewende und Stromnetz passen noch nicht recht zusammen Foto: picture alliance/dpa | Marco Rauch
Kohleausstieg
 

Netzbetreiber warnen vor dramatischem Strommangel

Deutschlands vier große Übertragungsnetzbetreiber schlagen Alarm. Schon im Winter 2030/31 könnten gesicherte Kraftwerkskapazitäten fehlen.
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BERLIN. Deutschlands vier Übertragungsnetzbetreiber haben die Bundesnetzagentur vor möglichen Engpässen in der Stromversorgung gewarnt. 50Hertz, Amprion, Tennet und TransnetBW rechnen für den Winter 2030/31 mit „Leistungsmangelsituationen“, wenn bis dahin nicht genügend gesicherte Erzeugungskapazitäten hinzukommen.

Als Ursachen nennen die Unternehmen vor allem den fortschreitenden Kohleausstieg, das Ende der Kapazitätsreserve im September 2030 sowie einen erwarteten Anstieg des Stromverbrauchs.

In ihren Berechnungen sei aus Marktsicht bereits für 2030/31 mit Engpässen zu rechnen. Besonders brisant: Ein Risiko einzelner Lastabschaltungen könne „nicht ausgeschlossen werden“, heißt es in dem Schreiben an die Bundesnetzagentur. Damit könnten Verbraucher oder Unternehmen in einer Mangellage zeitweise vom Netz genommen werden, um das Stromsystem stabil zu halten.

Nach Einschätzung der Netzbetreiber verschwinden derzeit verlässlich verfügbare Kraftwerkskapazitäten schneller vom Markt, als Ersatz aufgebaut werden kann. Die im Strom-Versorgungssicherheits- und Kapazitätengesetz vorgesehenen Maßnahmen kämen für die kritische Übergangsphase womöglich zu spät.

Strom könnte schon bald knapp werden

Das Bundeswirtschaftsministerium wollte das Schreiben nicht unmittelbar bewerten. Ein Sprecher verwies jedoch auf den eigenen „Versorgungssicherheitsbericht Strom“. Auch dieser geht davon aus, dass ab Beginn der 2030er Jahre eine Versorgungslücke drohen kann.

Die Bundesregierung setzt deshalb auf den Bau neuer, jederzeit abrufbarer Kraftwerkskapazitäten. Mit dem neuen Versorgungsgesetz sei dafür ein Förderrahmen geschaffen worden, erklärte das Ministerium. Zugleich sollen die zusätzlichen Kraftwerke den weiteren Ausbau von Wind- und Solarenergie sowie den gesetzlich beschlossenen Kohleausstieg absichern. Die Bundesnetzagentur bestätigte den Eingang des Schreibens. Sie wolle nun mit den vier Übertragungsnetzbetreibern prüfen, ob deren Analysen neue Erkenntnisse zur Versorgungssicherheit liefern.

Auch die Behörde drängt auf Tempo beim Kraftwerksbau. Es sei „wichtig, den Neubau dieser zusätzlichen Erzeugungskapazitäten rasch umzusetzen“. Bis dahin solle Reserveleistung verhindern, dass die Nachfrage nicht mehr vollständig gedeckt werden kann. (rr)

Arbeiter bauen die Hochspannungsleitungsmasten auf: Energiewende und Stromnetz passen noch nicht recht zusammen Foto: picture alliance/dpa | Marco Rauch
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