WASHINGTON. Das US-Militär hat nach eigenen Angaben iranische Stellungen an der Straße von Hormus angegriffen. Ziel der Attacken seien Raketen- und Drohnenlager sowie Radaranlagen an der iranischen Küste gewesen, teilte das für den Nahen Osten zuständige US-Regionalkommando Centcom mit.
Die Angriffe erfolgten demnach als Reaktion auf eine Attacke auf ein Frachtschiff am Donnerstag. Die USA machen den Iran dafür verantwortlich.
„Die ungerechtfertigte Aggression iranischer Streitkräfte gegen die Handelsschifffahrt stellte einen klaren Verstoß gegen die Waffenruhe dar“, erklärte das US-Militär. Zudem sei die freie Schiffahrt gefährdet worden. Mehrere US-Medien berichteten unter Berufung auf einen Regierungsbeamten, sechs Kampfflugzeuge der US-Luftwaffe hätten vier iranische Stellungen entlang der Straße von Hormus und auf der Insel Gheschm angegriffen. Die Operation habe rund 90 Minuten gedauert.
Iran signed a ceasefire agreement. We have honored it. If they have disagreements about how the MOU is being applied, they can pick up the phone.
But violence will be met with violence. https://t.co/VWnBS1PWaV
— JD Vance (@JDVance) June 26, 2026
USA mit scharfer Warnung an Teheran
Auch aus dem Iran wurden in der Nacht zu Samstag Explosionen gemeldet. Das iranische Staatsfernsehen Irib und der Sender Press TV berichteten von Explosionsgeräuschen in der Stadt Sirik in der Provinz Hormusgan. Die Stadt liegt am Persischen Golf nahe der Straße von Hormus. Ein örtlicher Behördenvertreter erklärte laut der iranischen Nachrichtenagentur Mehr, am Hafen seien keine Schäden entstanden. Die Lage sei normal. Unabhängig überprüfen ließen sich die Angaben zunächst nicht.
Die iranischen Revolutionsgarden meldeten anschließend einen Gegenschlag. Marineeinheiten hätten Standorte der US-Streitkräfte in der Region angegriffen, hieß es in einer vom Staatsrundfunk verbreiteten Erklärung. „Sollte sich die Aggression wiederholen, wird unsere Reaktion noch umfassender ausfallen“, erklärten die Revolutionsgarden demnach. Eine Bestätigung von US-Seite lag zunächst nicht vor.

US-Vizepräsident J. D. Vance richtete nach den Angriffen eine Warnung an Teheran. Der Iran solle die amerikanischen Streitkräfte „in Ruhe lassen“, sagte Vance. Die Vereinigten Staaten hätten kein Interesse an einer weiteren Eskalation, würden Angriffe auf Handelsschiffe und eigene Soldaten aber nicht unbeantwortet lassen. (rr)






