Anzeige
Anzeige

Missachtete Regeln: Halles Heidebad verweigert Besuchern ohne Deutschkenntnisse Eintritt

Missachtete Regeln: Halles Heidebad verweigert Besuchern ohne Deutschkenntnisse Eintritt

Missachtete Regeln: Halles Heidebad verweigert Besuchern ohne Deutschkenntnisse Eintritt

Ein Badegast springt im Heidebad in Halle/Saale von einer Insel ins Wasser des Sees. Bei Temperaturen um 38 Grad ist am bislang heißesten Tag in diesem Jahr jede Abkühlung willkommen.
Ein Badegast springt im Heidebad in Halle/Saale von einer Insel ins Wasser des Sees. Bei Temperaturen um 38 Grad ist am bislang heißesten Tag in diesem Jahr jede Abkühlung willkommen.
Ein Badegast springt im Heidebad ins Wasser: In einzelnen Fällen wurde Gästen der Eintritt verweigert. Foto: picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild | Hendrik Schmidt
Missachtete Regeln
 

Halles Heidebad verweigert Besuchern ohne Deutschkenntnisse Eintritt

Im Heidebad in Halle gelten neue strengere Einlassregeln: Wer kein Deutsch spricht, darf nicht mehr hinein. Der Betreiber begründet die Entscheidung mit der Sicherheit seiner Gäste. Es ist nicht das erste Bad, das so handelt.
Anzeige

HALLE (SAALE). Das Heidebad in Halle hat eine neue Regel eingeführt, nach der nur noch Menschen in das Naturbad dürfen, die Deutsch sprechen können. „Ich trage Verantwortung für tausende Badegäste. Wenn es um die Sicherheit von Kindern und Familien geht, werde ich keine Kompromisse eingehen“, begründet Geschäftsführer Mathias Nobel die Entscheidung in einer Stellungnahme.

In der Vergangenheit kam es häufig dazu, dass Warnhinweise, Tiefenangaben oder Anweisungen des Aufsichtspersonals nicht verstanden oder ignoriert wurden. Nobel, der selbst Rettungsschwimmer ist, „musste erst an diesem Wochenende ein Kleinkind aus dem tiefen Wasser retten“, heißt es auf der Internetseite.

Um die Sicherheit der Badegäste zu gewährleisten, werden deswegen keine Gäste mehr ins Bad gelassen, „wenn aus Sicht des Betreibers keine ausreichende Verständigung über sicherheitsrelevante Hinweise möglich war“.

Heidebad bleibt trotz Empörung bei Entscheidung

Die neue Regelung des Heidebads laut einer Stellungnahme des Bads auf Unmut gestoßen. Dieser werde jedoch „im Interesse der allgemeinen Sicherheit bewusst in Kauf genommen“. Für das Bad sei ein verärgerter Besucher „besser als ein vermeidbarer Badeunfall“.

Die neue Einlassregel gelte bereits. In einzelnen Fällen sei Gästen der Eintritt verwehrt worden.

Weitere Schwimmbäder ziehen Konsequenzen

Das Heidebad in Sachsen-Anhalt ist nicht die erste Badeanstalt, die wegen der Migrationswelle den Einlass stärker kontrolliert. Auch das Freibad der Schweizer Gemeinde Pruntrut hat in diesem Jahr seine Regeln verschärft (JF berichtete). Zwar dürfen alle Besucher in das Bad im Kanton Jura, doch Auswärtige müssen den doppelten Eintrittspreis zahlen.

Demnach zahlen Erwachsene ohne Wohnsitz in Pruntrut 15 Franken. Für Einheimische kostet der Eintritt 7,50 Franken. Auch bei Jugendlichen gilt das gleiche Verhältnis: Für auswärtige Besucher werden zehn Franken fällig, für Einwohner der Gemeinde fünf.

Zusätzlich gelten für bestimmte Besucher neue Auflagen. Wer weder in Pruntrut wohnt noch über eine Aufenthalts-, Arbeits- oder Niederlassungserlaubnis verfügt, muss sein Ticket zwingend online kaufen. Besucher ohne anerkannte Touristenkarte müssen beim Einlass zudem einen gültigen Ausweis vorzeigen. Wer die Vorgaben nicht erfüllt, kann abgewiesen werden.

Ausländer durften nicht in das Schwimmbad

Gemeindepräsident Philippe Eggertswyler verteidigte die Maßnahme: „Es geht nicht darum, Schweizer und Ausländer gegeneinander auszuspielen, sondern darum, die Ruhe zu garantieren“, sagte er gegenüber 20 Minuten.

Jetzt das JF-WM-Abo bestellen.

Hintergrund sind wiederholte Vorfälle im Sommer 2025. Damals waren nach Angaben der Gemeinde immer wieder Gruppen junger Männer aus dem nahen Frankreich in das Freibad gekommen. Dort soll es zu Belästigungen von Frauen und zu Angriffen auf Sicherheitspersonal gekommen sein (JF berichtete).

Die Betreiber reagierten zunächst mit einem pauschalen Eintrittsverbot für Ausländer. Die Entscheidung sorgte über die Schweiz hinaus für Schlagzeilen. Die Eidgenössische Kommission gegen Rassismus bezeichnete das Vorgehen als „problematisch und irritierend“. (mas)

Ein Badegast springt im Heidebad ins Wasser: In einzelnen Fällen wurde Gästen der Eintritt verweigert. Foto: picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild | Hendrik Schmidt
Anzeige
Anzeige

Der nächste Beitrag

ähnliche Themen
aktuelles