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Gefährliche Tech-Elite: Aya Jaff: Wunderkind und Warnerin

Gefährliche Tech-Elite: Aya Jaff: Wunderkind und Warnerin

Gefährliche Tech-Elite: Aya Jaff: Wunderkind und Warnerin

Unternehmerin und Autorin Aya Jaff
Unternehmerin und Autorin Aya Jaff
Aya Jaff auf der Re:publica 2025: Die Tech-Elite verkauft Abhängigkeit als Innovation. Foto: Imago / dts Nachrichtenagentur
Gefährliche Tech-Elite
 

Aya Jaff: Wunderkind und Warnerin

Lange galt sie als DAS frische Gesicht einer wunderbaren Digitalzukunft – nun warnt die Unternehmerin und Publizistin Aya Jaff eindringlich vor den Machtspielen ihrer Zunft. Denn die Tech-Elite manipuliere die Politik und verhindere den Fortschritt.
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Aya Jaff wird nicht deshalb interessant, weil sie jung, erfolgreich und medienerfahren ist. Interessant wird sie, weil sie als Insiderin der Tech-Welt mit deren Fortschrittserzählung gebrochen hat. Die Unternehmerin und Bestsellerautorin warnt: Die Tech-Elite spreche von „Freiheit“, meine aber die Freiheit von Steuern und demokratischer Kontrolle. Mit ihren Plattformen, ihrem Kapital und infrastruktureller Macht greife sie immer tiefer in Politik und Gesellschaft ein.

Nein, Aya Jaff ist keine zufällige Stimme von außen. Die ARD machte sie 2023 mit dem TV-Vierteiler „How to get rich, Aya?“ selbst zum Gegenstand eines Erfolgsnarrativs und das Wirtschaftsmagazin Forbes führte Jaff 2019 unter den „30 under 30“ – eine Liste der vielversprechendsten Nachwuchsunternehmer des Jahres. Hinzu kommt ihre Tätigkeit als Max-Planck-Fellow. Eben deshalb ist ihre Kritik an der Tech-Elite bemerkenswert.

Die Tech-Elite verkauft Abhängigkeit als Innovation, warnt Jaff

Um Aya Jaff zu verstehen, gilt es ihren Werdegang zu betrachten: 1995 im kurdischen Teil des Irak geboren, kam sie als Kind nach Deutschland. Früh brachte sie sich das Programmieren bei, bewegte sich in Start-up-Kreisen und machte Karriere in einer Welt, die sich als offen und zukunftsverliebt inszeniert. Aus der Softwareentwicklerin wurde eine Unternehmerin, aus der Unternehmerin eine Autorin und aus der Aufsteigerin schließlich eine Kritikerin eben jener Branche, die sie einst faszinierte.

Bekannt wurde Jaff als freundliches Gesicht einer neuen deutschen Digitalmoderne. Sie sprach öffentlich über Aktien, Vermögensaufbau und unternehmerische Chancen. Themen, die in einem Land mit chronischer Risikoaversion fast schon als kulturelle Provokation gelten. Ihr erstes Buch „Moneymakers. Wie du die Börse für dich entdecken kannst“ (2020) wurde zum Bestseller, weil es den Nerv einer Generation traf, die ökonomisch aufsteigen will und den alten Institutionen nicht viel zutraut. Jaff wirkt wie der Beweis, dass digitale Kompetenz und Mut eine Karriere tragen können.

Mit ihrem neuen Band „Broligarchie. Die Machtspiele der Tech-Elite und wie sie Fortschritt verhindern“ hat sich der Ton verändert. Jaff beschreibt die Branche nun nicht mehr als Labor der Innovation, sondern als Herrschaftsraum einer kleinen Elite. Ihre wohl schärfste Pointe: Diese Akteure nutzen Technologie nicht primär, um Probleme zu lösen, sondern um Politik zu umgehen. Oder anders: Wer die Infrastruktur kontrolliert, kontrolliert auch Standards und Spielregeln.

„Beispielloser Raubzug an geistiger Arbeit“

Interessant ist das auch, weil Jaff nicht den Ton der kulturpessimistischen Außenbeobachtung anschlägt. Sie kennt Eitelkeiten und Heilslehren der Branche von innen. Im Deutschlandfunk warnte sie vor Machtmonopolen der KI- und Plattformökonomie; im Berliner Tagesspiegel nannte sie ChatGPT einen „beispiellosen Raubzug an geistiger Arbeit“. Jaffs eigentlicher Einwand zielt tiefer: Die Tech-Elite verkaufe Abhängigkeit als Innovation.

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Aya Jaff ist nicht länger eine Bewunderin der digitalen Eliten, sondern deren Desillusionierte. Vielleicht liegt gerade darin das Produktive ihrer Kritik: Machtkonzentration ist kein Naturgesetz. Warum sollte es keine europäischen Antworten bei KI und Plattformen geben? Airbus war einst auch eine europäische Antwort auf Marktdominanz – und erfolgreich.Aus der JF-Ausgabe 26/26.

Aya Jaff auf der Re:publica 2025: Die Tech-Elite verkauft Abhängigkeit als Innovation. Foto: Imago / dts Nachrichtenagentur
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