BERLIN. Bundesdigitalminister Karsten Wildberger (CDU) ist aufgrund KI-generierter Texte in die Kritik geraten. Der Minister hatte in der Vergangenheit Reden und Gastbeiträge für Zeitungen von einer KI erstellen lassen, wie die Zeit berichtet. Der Zeitung zufolge stammt etwa ein Beitrag Wildbergers für das Handelsblatt fast vollständig von einer KI, ein anderer Text für die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung (FAS) zu großen Teilen.
Ein Sprecher des Digitalministeriums sagte gegenüber der Zeit, Wildberger nutze KI als Arbeitswerkzeug und bestätigte: „Die genannten Texte wurden mit Unterstützung von KI erarbeitet.“ Zugleich liege die Verantwortung stets beim Menschen. Am Ende müsse stets ein Mensch „prüfen, ändern und entscheiden“.
Wildbergers Sprecher bestätigt die Vorwürfe
Zudem bestätigte der Sprecher, dass Wildberger den Redaktionen vom Handelsblatt und der FAS nicht gesagt hat, dass er mit KI gearbeitet hat. „Eine gesonderte Offenbarung gegenüber den Redaktionen erfolgte nicht – weil Minister Wildberger KI als unterstützendes Arbeitsmittel betrachtet, über dessen Nutzung man nicht anders Rechenschaft ablegt als über Textverarbeitung, Recherche-Tools oder redaktionelle Unterstützung.

Auch eine Rede Wildbergers vor dem Atlantic Council in Washington, D. C. im Juli 2024 stammt laut Zeit komplett von einer KI.
Zuletzt war auch Wildbergers Parteifreund, Thüringens Ministerpräsident Mario Voigt, kritisiert worden, weil mehrere seiner Reden und Gasbeiträge teilweise oder komplett KI-generiert waren – darunter eine Rede am Holocaust-Gedenktag (JF berichtete). (st)






