BERLIN. Die Innenverwaltung von Berlin hat ein Pilotprojekt angekündigt, das mit KI-Videotechnik die Straßenkriminalität in der Hauptstadt bekämpfen soll. Das Projekt soll noch in diesem Monat starten, wie ein Sprecher der Innenverwaltung mitteilte. Zunächst solle das neue Sicherheitssystem am Kottbusser Tor getestet werden und später auch an der Warschauer Straße eingesetzt werden, beide Orte gelten als kriminalitätsbelastet. Die neue Technik soll anhand von Kameraaufnahmen auffälliges Verhalten von Menschen erkennen und Alarm schlagen.

Berlins Innensenatorin Iris Spranger (SPD) betonte, dass es dabei nicht um biometrische Identifizierung von Gesichtern gehen werde. „Das Gesicht wird nicht erkennbar sein. Es geht um die Bewegungsabläufe“, sagte die Innensenatorin. „Wenn jemand zusammengeschlagen wird, sind das ja keine normalen Bewegungsabläufe. Und die KI kann das identifizieren.“
Die Beamten würden nach Aussage Sprangers lediglich schematische Strichmännchen und deren Bewegungen sehen. Einsatzkräfte müssten dann urteilen, ob eine mögliche Straftat vorliege. „Die KI weist darauf hin, dass etwas ungewöhnlich sein könnte. Was dann zu tun ist, entscheidet aber ein Mensch“, versprach Spranger.
Auch andere Orte sollen von der KI-Technologie geschützt werden
Auch das Rote Rathaus und der Sitz der Berliner Innenverwaltung sollen künftig mit der Sicherheitstechnologie ausgetattet werden. Dafür soll eine Ausschreibung bis Ende September ermitteln, welches Unternehmen damit beauftragt wird. Im Anschluss soll es im Dezember einen Testlauf geben, dieser soll etwa ein Jahr lang dauern.
Die neue Technologie soll zwischen 2025 bis einschließlich 2030 knapp 2,5 Millionen Euro kosten, zusätzlich sollen 2,1 Millionen Euro Betriebskosten anfallen.
Rechtlich möglich ist das auf Grundlage des im Dezember vergangenen Jahres geänderte Allgemeine Sicherheits- und Ordungsgesetz. (st)





