BREMEN. Der Chef des Bremer Jobcenters, Michael Spinn, ist wegen eines 900.000 Euro teuren Kreativraums abberufen worden. Arbeitssenatorin Claudia Schilling von der SPD wirft ihm vor, das Projekt ohne ausreichende Rücksprache abgewickelt zu haben.
Nach Angaben von „Radio Bremen“ sprach Schilling von einer „nachhaltigen Erschütterung des Vertrauens“. Ein Vorhaben dieser Größenordnung hätte Spinn nicht eigenständig abwickeln dürfen.
Im Interview mit „buten un binnen“ machte die Senatorin zugleich deutlich, dass der Kreativraum nicht der einzige Grund für die Abberufung gewesen sei. Letztlich gehe es um eine Gesamtbetrachtung aller Vorgänge, die sich in den vergangenen Jahren gezeigt hätten, sagte Schilling. Bereits vor zwei Jahren war das Jobcenter in die Kritik geraten. Damals wurde bekannt, dass zur Jahresmitte fast alle Mittel für Förderprogramme für Langzeitarbeitslose für das Jahr 2024 bereits ausgegeben oder verplant waren.

Scharfe Kritik an Jobcenter
Erst wenige Tage zuvor war das Bremer Jobcenter wegen der Kündigung eines Mitarbeiters in die Schlagzeilen geraten. Der langjährige Beschäftigte Fred Göcken hatte in einer ZDF-Dokumentation das Bürgergeld-System kritisiert. Daraufhin kündigte die Stadt Bremen ihm fristlos. Begründet wurde der Schritt laut Medienberichten damit, Göcken habe seine Behörde diffamiert und das Vertrauensverhältnis zerstört (die JF berichtete).
Die Opposition sieht nun auch das Arbeitsressort unter Druck. Die CDU-Arbeitspolitikerin Bettina Hornhues sprach von einer „völlig überforderten und schlecht strukturierten Verwaltung“. Sie fragte, wer die politische Verantwortung für die Vorgänge übernehme. Auch die FDP kritisierte die Kosten für den Kreativraum scharf. Der Abgeordnete Ole Humpich sprach von einer „maßlosen Verschwendung von Steuergeldern“. (rr)





